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1952 begann in Iburg eine neue Ära auf der Suche nach fossilen Brennstoffen, namentlich Erkundungsbohrungen nach Kohlenwasserstoffen wurden niedergebracht.

Im August 1952 wurde mit dem Landwirt Wilhelm Eggert ein Pachtvertrag abgeschlossen, um auf einer Teilfläche des Geländes "Auf den Äckern" in Ostenfelde Erdgas zu erbohren. Bohrunternehmer war die Wintershall Aktiengesellschaft - Erdölwerke Emsland -. Vorab wurde der an der geplanten Bohrstelle vorbeiführende Weg ausgebaut, um die schweren Materialien befördern zu können, die zur Errichtung und Inbetriebhaltung eines Bohrturmes notwendig sind. Dann wurde ein Betonfundament erstellt, auf dem ein Stahlgitterturm errichtet wurde. Für das Spülwasser wurde eine Brunnenbohrung geteuft. Am 20.10.1952 begann der maschinelle Bohrbeginn der Bohrung "Ostbevern II". Nachdem bei einer Teufe von 1.363,6 m das Bohrgestänge riß und die geologischen Begebenheiten keine speicherfähigen und gasführenden Gesteine erbrachten, wurde die Bohrung am 10. Februar 1953 mit der Bemerkung "nicht fündig" eingestellt. Die "Neue Tagespost" meldete dazu am 03. März: "Ob (die Bohrung) dann mehr zum Teutoburger Wald hin von neuem angesetzt wird, muß die Zukunft erweisen."

Am 22. Juli 1959 begann die PREUSSAG AG die Aufschlußbohrung "Iburg 1" nordöstlich des Hofes Ridder in Holperdorp niederzubringen. Geplant war bis zu einer Teufe von ca. 900 m zu meißeln. In Unterkreide, Jura und Rhät wurden geringe Ölspuren entdeckt, eine Förderung derselben war aber völlig unwirtschaftlich. Daher wurde am 20.08.1959 die Bohrung bei einer Endteufe von 538,3 m eingestellt und in den Folgetagen das Bohrloch wieder verfüllt.

Ca. 470 m südsüdwestlich von "Iburg 1" wurde im September 1959 die Aufschlußbohrung "Iburg 2" niedergebracht. Auch diesmal zeigte der Osning-Sandstein und das Rhät ölimprägnierte Partien, Ölfilme und Öltropfen in kleinen Hohlräumen. Am 08.10.1959 wurde die Bohrung mit "nicht fündig" bei einer Endteufe von 535 m eingestellt. In den nächsten zwei Tagen wurde das Bohrloch mit Tiefbohrzement, Dickspülung, Beton und Mutterboden wieder verfüllt.

Mit Datum 30. September 1959 erhielt die Kath. Kirchengemeinde Iburg einen Brief der PREUSSAG AG - Zweigniederlassung Erdöl und Bohrverwaltung -, Hannover. Darin bemerkt die PREUSSAG, daß als Folgepunkt der Untersuchungsbohrung "Iburg 2" in jedem Falle am ostwärtigen Stadtrand von Iburg die Bohrung "Iburg 3" niederzubringen sei: "Nach den geologischen Unterlagen kommt für das Abteufen dieser Bohrung nur die in ihrem Besitz befindliche Parzelle 65 in der Flur 6 in Frage." Am 08.10.1959 traf man sich um 10.30 Uhr auf dem vorgenannten Gelände in Nähe des heutigen Buchenweges. Anwesend waren Vertreter der PREUSSAG und Mitglieder des Kirchenvorstandes der Kath. Kirchengemeinde, als Verhandlungsführer wirkte der damalige Kaplan Dr. Josef Schewe. Wenige Tage später war der Anpachtungsvertrag unterschrieben. Als Bohranlage wurde der 30 m hohe Klappmast der Bohrung "Iburg 2" weitergenutzt. Am 22. Oktober 1959 fand der erste Bohrtag statt, doch auch hier endete am 18.01.1960 bei einer Teufe von 868,7 m die Bohrung mit dem Ergebnis "nicht fündig".

Nur 109 m nordnordwestlich der Aufschlußbohrung "Iburg 3" wurde "Iburg 4" niedergebracht. Grundstückseigentümer war die Gewerkschaft Hamm - Osnabrücker Kohlenwerke aus Gelsenkirchen - der Sitz wurde im Jahre 1961 nach Iburg verlegt. Diesmal stand als Bohrturm ein 40,15 m hoher Großraummast "Gulliver" zur Verfügung, dessen letzter Standort "Bevergern 1" war. Auch hier war Zweck der Bohrung das Zechstein und das unterliegende Karbon auf Speichergesteine und deren Porenfüllung zu untersuchen. Bohrbeginn war der 08. Dezember 1960: Spülproben wurden in 2 m Abständen und ab 1.400 m in 1 m Abständen untersucht. Am 08.02.1961 ereignete sich auf der Anlage ein Unfall: ein als Helfer eingeteilter Bohrarbeiter rutschte auf glattem Boden aus und fiel in die Abrußflamme. Er trug leichte Verbrennungen davon und konnte seine Arbeit nach sechs Tagen wieder aufnehmen. In einer Teufe von 1.330 m gelangte der Bohrmeißel in die Bochumer Schichten des Karbon. Bis zur Endteufe von 1.794 m wurden insgesamt 25 Kohlenflöze mit Mächtigkeiten zwischen 30 cm und 5,5 m angetroffen. Ölspuren dagegen konnten nur in geringsten Mengen nachgewiesen werden. Letzter Bohrtag war am 25.05.1961 - die Bohrung wurde mit "nicht fündig" eingestellt und das Bohrloch verfüllt. Mit Verfügung vom 03.08.1962 endete die Bergaufsicht über das Gelände: "Das Bohrloch ist verfüllt. Das Gelände ist so hergerichtet, daß Gemeinschäden nicht zu erwarten sind."

Aufschlussbohrung "Iburg 4"
Aufschlussbohrung "Iburg 4", Tegelheide, 1961


Hiermit endeten im Iburger Gebiet Erkundungsbohrungen nach Erdöl und Erdgas, auch wenn der Iburger Arzt Dr. Lamby 1865 äußerte: "Auch Spuren von Erdölbeimischung beim Wasser lassen in hiesiger Gegend an mehreren Stellen Petroleumansammlungen im Boden vermuthen. Eine Bestätigung dieser Vermuthung und Erschließung ausgiebiger Oelquellen würde nicht nur lohnend sein, sondern der hiesigen Gegend großen Reichthum und der ganzen Umgengend weiterhin großen Nutzen bringen."

Bereits 1930 berichtete der Geologe Wilhelm Haack, der auch die hiesige Gegend geologisch kartierte, daß bedeutende Erdölvorkommen nicht zu erwarten sind. Und die "Neue Tagespost" schrieb am 17.11.1959: "Solche Bohrungen werden seit Jahren in nicht geringer Zahl allenthalben niedergebracht, ohne daß an den betreffenden Stellen begründete Aussichten für das Fündigwerden zu bestehen brauchen."


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