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Osnabrücker Land
Gertrudenberg
(Osnabrück)
Hüggel
(Hagen a.T.W. / Hasbergen)
Hüls
(Hilter a.T.W.)
 

 

Künstliche Höhlensysteme im Gertrudenberg

"Wiederholt haben sich interessierte Höhlenforscher darum bemüht, den Wahrheitsgehalt der Höhlengerüchte zu erforschen. Wiederholt wurde in die unterirdischen Gänge vorgestoßen. Dann aber gerieten die meist erfolglosen Bemühungen wieder in Vergessenheit." (Neue Osnabrücker Zeitung, 21.03.1975)

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1) Allgemeines

Der Gertrudenberg, eine 97,3 m hohe Erhebung nördlich der Altstadt von Osnabrück, verbirgt in seinem Untergrund zahlreiche unterirdische Höhlengänge.

Geologische Situation
Geologische Situation (eingezeichnet in die Königl. Preußische Landes-Aufnahme, Blatt Osnabrück, Aufnahme: 1895.
Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung,
© 2005
Behörden für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen.)

Am "Tage nach den Aposteln Philipp und Jakob" [12. Mai] 1333 erwähnt der Vorsteher des Benediktinerinnenklosters St. Gertrud, Propst Wescelus, in einer Urkunde anlässlich eines Grundstückstauschs zwischen dem Dekan (=Dechant) der Osnabrücker Kirche und dem Gertrudenberger Kloster eine "foveae lapidum desolatae" (= verlassenen Steingrube) auf dem "Schilt" (auch: "Schild") neben dem Meierhof des Gertrudenberger Klosters. Dabei ging die verlassene Steingrube in den Besitz des Klosters über.

Im ehemaligen Gertrudenberger Klosterarchiv befand sich eine weitere Urkunde, dass 1492 auf dem Gertrudenberg eine Steingrube von dem Ziegelmeister auf dem Ziegelhofe Molting betrieben und nach ihm Moltings Steinkuhle genannt wurde.

1540 begann die Stadt Osnabrück zum Zweck ihrer Festungsbauten einen ausgedehnten Kalkofenbetrieb auf dem Gertrudenberg; für die Befeuerung der Kalköfen wurde die Piesberger Anthrazit-Steinkohle genutzt. In den Lohnabrechnungen von 1576 und 1578 wird erwähnt, dass ein "Luchtholl [= Luftloch] durch den Kalkberch" gehauen sei. 1582 wird ein "Einsturz" im Kalksteinbruch gemeldet. Von 1628 bis 1633 ist hier Kalksteinabbau im Zusammenhang mit dem Bau der einstigen Festung Petersburg im Südosten der Stadt Osnabrück erwähnt.

In einem Brief vom "Bürgermeister und Raht der Stadt Osnabrück an die Stiffts-Verwaltung" vom 25. April 1701 ist dazu nachzulesen: "Das Loch am Gertrauds Berge liegt außerhalb des Klosters in der Feldmark der Stadt, wo Kalksteine hergenommen wurden, von wo der dort gelegene Kalkofen, wie Mauerreste zeigen, beschickt wurde."

Der Justizkanzleidirektor und Rechtshistoriker Dr. Justus Friedrich August Lodtmann (1743 - 1808) erwähnte in der 1778 erschienenen "Acta Osnabrugensia, oder Beyträge zu den Rechten und Geschichten von Westfalen, insonderheit vom Hochstifte Osnabrück", die Höhle sei "in den Fels, aus welchem der ganze Hügel erbauet ist, mit unsäglicher Arbeit gehauen".

1858 berichtete der Osnabrücker Bürgermeister Johann Carl Bertram Stüve (1798 - 1872) in der Veröffentlichung "Topographische Bemerkungen über die Feldmark der Stadt Osnabrück und deren Entwicklung der Landschaftsverfassung" (Mittheilungen d. historischen Vereins zu Osnabrück, Heft 5) ebenfalls über Steinbrüche auf dem Gertrudenberg: "Jener Kamm von Muschelkalk ist vom Kloster nördlich durch offene Steinbrüche, behuf Gewinnung von Kalkstein, zerwühlt." Und weiter: "Von diesem Steinbruchsgrunde südlich gegen das Kloster hin aber erstreckt sich eine geräumige, aus vielen, theils verschütteten Gängen bestehende Höhle, deren Eingang bis 1803 sehr schön war; aber leider durch einen schlecht erwogenen Versuch der Klosterverwaltung, dort Steine zu brechen, zerstört wurde." Und Stüve fügt an: "Sie ist aber weiter nichts als die Fortsetzung des Baus auf Kalkstein, den man hier, durch die Lagerung veranlaßt, bergmännisch zu gewinnen vorzog. (...) Man hat den Kalk wohl theils auf der Ziegelei, dann aber auch am nördlichen Ende der Berges gebrannt, wo ungeheure Haufen Kalkasche lagern."

Schnitt
Vereinfachtes geologisches Profil durch den Gertrudenberg
(verändert nach IMEYER, Friedrich: Die geologische Geschichte des Gertrudenberges,
Osnabrücker Zeitung v. 12.11.1925 und Osnabrücker Tageblatt v. 22.01.1926)

Nach J.C. Bertram Stüve soll die unterirdische Fortsetzung des nunmehr städtischen Steinbruchs 1540 erfolgt sein. So wurden in den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts bei Aufräumarbeiten in der Höhle auch Steinbruchwerkzeuge mit dem Osnabrücker Rad gefunden.

2) Das "Gertrudenberger Loch"

Das "Gertrudenberger Loch" (auch: "Gertrudenberger Höhle") befindet sich unter dem Bürgerpark in Osnabrück mit einer Fläche von 1.920 m2. Die maximale Längenausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt ca. 135 m, die größte Breite ca. 70 m. Die Länge aller Gänge des Gertrudenberger Lochs, ohne Berücksichtigung der Treppenaufgänge und Luftschächte, beträgt rund 900 Meter. Die Höhlensohle liegt etwa zwischen 79 m und 85 m ü. NN.

Der Höhlenzugang befand sich einst in einem Eingangsgebäude in der östlichen Steingrubenböschung auf der Höhe des heutigen Rosengartens.
Der Gestaltungsplan für den Bürgerpark aus dem Jahre 1876 betont deutlich den Höhleneingang und versieht ihn mit einem gestalteten Vorplatz.

Zunächst wurde der Kalk in frei an der Oberfläche liegenden Steinbrüchen abgebaut. Später ging man dazu über, die tieferen und härteren Gesteinslagen durch unterirdischen Abbau zu erschließen.

Abgebaut wurden im sog. "Strossenbau" körnige Blaukalke der Encrinus-Schichten des "Haupt-Trochitenkalkes" (mo1 HT) des oberen Muschelkalks (Trias; Alter ca. 235 Mill. Jahre)1. Beim "Strossenbau" wird die Lagerstätte in waagerechten Blöcken (Strossen) von oben nach unten abgetragen. Gesteine dieses Abbaus befinden sich in der alten Klostermauer, an den einstigen Klostergebäuden und in der Anstaltsmauer, die die "Irrenanstalt" vom heutigen Bürgerpark trennt.

Über einen auf dem Gertrudenberg befindlichen Brunnen berichtete der Jurist und Philosoph Professor Carl Gerhard Wilhelm Lodtmann (1720 - 1755), ein Jugendfreund Justus Mösers (1720 - 1794), in der 1753 erschienen Schrift "Monumentum XIIII. Spelunca sub monte S. Gertudis": "Es befindet sich im Kloster der Heiligen Gertrud (unter dem diese Höhle ausgehoben ist) ein lebhaft fließender, sehr tiefer Brunnen, dessen Tiefe mehr als einige hundert Ruten ausmacht." Durch den Brunnenschacht und tief liegende Quergänge sollen die Gertrudenberger Klosterfrauen bei Belagerungen und feindlichen Übergriffen durch den Zwischenraum der "Hohen Brücke" (Vitischanze) in die wehrhafte Stadt Osnabrück gelangt sein. Der Brunnen, der auf dem höchsten Punkt des Gertrudenberges liegt, diente wahrscheinlich ursprünglich der Bewässerung des Klostergartens. Im Jahr 1866 wurde der Brunnen, als das Wasser von der Gertrudenberger Dampfbierbrauerei Martin Richter über der Höhle benötigt wurde, von ursprünglich 42 m auf 64 m vertieft. Das abgebaute Gestein wurde in den vier angrenzenden und nicht mehr benutzten Gängen abgelagert. Der Brunnenschacht wurde kurz nach 1920 mit Schutt verfüllt.

Bei einem Besuch der Höhle durch den am Geologischen Institut der Universität Münster beschäftigten Geologen Dr. Julius Andree (1889 - 1942) am 22. März 1925 führte dieser in seinem Gutachten "Die Höhle im Gertrudenberg" u.a. aus: "... daß es sich um einen künstlich hergestellten Hohlraum handelt. (...) Und zwar, wie Herr Betriebsführer [Wilhelm] Pfeiffer [der Gruben am Hüggel des Werkes Georgsmarienhütte der Klöckner-Werke AG] schon betont hat, ohne Anwendung von Sprengmitteln. (...) Vorläufig muß ich also den Standpunkt vertreten, daß wir in der Gertrudenberger Höhle tatsächlich einen alten unterirdischen Steinbruch vor uns haben, dessen Alter sich noch nicht bestimmen läßt." Er fordert bezüglich der nicht mehr zugänglichen Höhlen-Abschnitte: "Es wäre daher zu empfehlen, diese jetzt nicht zugänglichen Teile der Höhle freizulegen und eine Untersuchung vorzunehmen." An der Besichtigung waren auch der an der Preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin tätige Geologe Wilhelm Haack (1882 - 1947) und der Osnabrücker Naturwissenschaftler und Oberstudienrat am Gymnasium für Mädchen Dr. Friedrich Imeyer (1893 - 1965) beteiligt, der von 1926 bis 1965 für die Geologische Sammlung des Museums zuständig und von 1956 bis 1965 Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück war.

Im Sitzungsbericht von der Winterversammlung des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück vom 16. Februar 1926 wird erwähnt, dass der damalige Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Friedrich Knoke (1844 - 1928), ebenfalls der Ansicht ist, dass es sich bei der Höhle um einen unterirdischen Steinbruch handelt.
Der Geheime Studienrat Knoke war Direktor des Ratsgymnasiums Osnabrück, staatlich bestellter Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer im Regierungsbezirk Osnabrück und von 1912 bis 1927 Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück. Knoke war auch eifriger Varusforscher – 1900 erschien von ihm "Das Varuslager bei Iburg" und im Jahre 1927 veröffentlichte er die Schrift "Der römische Tumulus auf dem Schlachtfelde des Teutoburger Waldes", worin er einen Fund im Iburger "Offenen Holz" beschreibt, den er als römischen Tumulus (Grabhügel) deutet.

Rittersaal
Verbindungsgang zum "Rittersaal" 2

Am 13. Juni 1930 besichtigte Dr. Hans Gummel (1891 - 1962), 1. Museumsdirektor des Städtischen Museums Osnabrück von 1929 bis 1939, zusammen mit Dr. Friedrich Imeyer (1893 - 1965) die Gertrudenberger Höhle. Gummel schreibt: "Bei der Besichtigung ergab sich aber, dass die geologischen Verhältnisse zu der Auffassung zwingen, dass [es] sich hier um einen unterirdischen Steinbruch handelt. Herr Dr. Imeyer konnte klar zeigen, wie es offenbar darauf angekommen ist, den Trochitenkalk (...) zu gewinnen. Wäre das nicht der Fall, so wäre nicht zu verstehen, warum man bei Anlegung der Höhle gerade dieses besonders beschwerlich zu bearbeitende Gestein mit entfernt hätte." Und weiter: "Aus dem (...) Profil geht m.E. [= meines Erachtens] mit aller wünschenswerten Deutlichkeit hervor, dass gerade der Trochitenkalk den Anlass zur Anlegung der Höhle gab." Gummel führt weiter an: "... dass der Trochitenkalk wegen seines hohen Kalkgehaltes bzw. dem Fehlen von stärkeren Verunreinigungen der zum Kalkbrennen am besten geeignete Werkstoff war."

Tatsächlich wurde das Gestein nicht vorrangig für die Errichtung von Bauwerken genutzt, sondern in Kalköfen gebrannt – die Kalke bildeten damit die Grundlage für die Mörtelherstellung. Brennöfen standen am Nordwestabhang des Berges, in unmittelbarer Nähe der einstigen Meesenburg oberhalb der heutigen Tennisplätze.

Aber auch andere Entstehungsmöglichkeiten wurden immer wieder diskutiert:
Professor Carl Gerhard Wilhelm Lodtmann meinte in dem "Labyrinth" eine altgermanische Kultstätte belegen zu können, wie er 1753 in der "Monumentum XIIII. Spelunca sub monte S. Gertudis" ausführte; auch der Bürgervorsteher und Ingenieur Hans Zeiske (1877 - 1963), der als Lehrer an der technischen Privatschule an der Holtstraße lehrte, unter dessen Leitung von den "Freunden germanischer Vorgeschichte" im Mai/Juni 1935 Grabungen in der Höhle vorgenommen wurden, folgte dieser Theorie. "Stadtwächter" Dr. phil. Heinrich Schierbaum (1883 - 1934), Oberstudiendirektor und späterer Heilpraktiker, vermutete in dem Aufsatz "Die Geheimnisse des Gertrudenberges" (Osnabrücker Tageblatt, 28.11.1925) eine Fluchtburg zum Schutze gegen Angreifer und Bürgerschulrektor a.D. Gustav Friedrichs (1853 - 1936), ehemaliger Vorsitzender der Osnabrücker Ortsgruppe der "Vereinigung der Freunde germanischer Vorgeschichte", verfocht in zahlreichen Veröffentlichungen der Jahre 1925 bis 1931 gar den Gedanken einer "astronomischen Anlage der Germanen".
(s.a.: Referat "Der Osnabrücker Bodenhimmel" von Andis Kaulins vom 01. Mai 2008 anlässlich der 42. Jahrestagung der Externstein-Vortragstagen des Forschungskreises Externsteine e.V. in Horn/Bad Meinberg – enthält als Anlage die Veröffentlichung "Germanische Astronomie und Astrologie während der Stein- und Bronzezeit. Die Gertrudenberger Höhle bei Osnabrück, eine germanische Kultstätte um 1600 v.Chr." von Gustav Friedrichs aus dem Jahre 1929. Der Osnabrücker Astronom Dr. Andreas Hänel schrieb in der Veröffentlichung "Steinzeit-Sternwarten in Osnabrück?", veröffentlicht in "Der Osnabrücker Bürger", Nr. 69, 1993: "In Osnabrück glaubte der Rektor Gustav Friedrichs Abbildungen von Gestirnen und Sternbildern auf den Steinen der Megalithgräber gefunden zu haben, und Runen sollten astronomischen und kalendarischen Inhalt haben. Doch die Zeichnungen waren wohl der Phantasie Friedrichs' entsprungen und bereits damals heftig umstritten.")
Im Rahmen der in Osnabrück stattgefundenen Pfingsttagung der "Vereinigung der Freunde germanischer Vorgeschichte e.V. Detmold" am 27. Mai 1931 besichtigten unter Führung vom Stadtmedizinalrat Dr. Rudolf vom Bruch ("Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück") über 200 Teilnehmer das "Gertrudenberger Loch".
In einem Brief vom 16. Juni 1930 weist der Museumsdirektor Dr. Gummel Friedrichs unwissenschaftliche, zu falschen Ergebnissen führende Schlüsse nach und teilt mit, dass er sich mit dessen "Phantasien" nicht weiter beschäftigen will. Auch er teilt die Meinung, dass die Höhle als unterirdischer Steinbruch entstanden ist.

Wenn Friedrichs Schriften auch recht fragwürdig sind, so bleibt es gleichwohl unbestreitbar und anerkennenswert, wie er sich tatkräftig und uneigennützig für die Erforschung und Erschließung der Gertrudenberger Höhle eingesetzt hat.

Felsenkanzel
Felsen-Kanzel 2

Auch zahlreiche Sagen ranken sich um die "Gertrudenberger Höhlen".

Die Höhle ist unter Nummer 3714/001 im niedersächsischen Höhlenkataster eingetragen.
Die "Gertrudenberger Höhle" wurde erstmalig 1976, dann in Anlehnung an das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz, 1984 zum archäologischen Kulturdenkmal ernannt.
"Kulturdenkmale (...) sind Baudenkmale, Bodendenkmale und bewegliche Denkmale." Und diese "... sind zu schützen, zu pflegen und wissenschaftlich zu erforschen. Im Rahmen des Zumutbaren sollen sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden."
1984 fanden die bisher einzigen durchgeführten archäologischen Untersuchungen (in den Räumen B und H) statt. Bei dieser Grabung konnten Utensilien aus dem 18. und 19. Jahrhundert geborgen werden.

Das "Gertrudenberger Loch" scheint kein Lebensraum für Fledermäuse zu sein – bei Begehungen durch Fledermausschützer wurden keine Fledermäuse angetroffen.

In der Höhle befinden sich an einigen Decken hyroglyphen-ähnliche Vermikulationen, dünne, unregelmässige, nicht zusammenhängende und unverfestigte Ablagerungen von "wurmartigem" (lat.: vermiculatus) Aussehen aus Ton und Schluff. Nach Dr. Arnfried Becker, Abteilung Geophysik der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, verdanken die Vermikulationen nach Untersuchungen in der Schrattenhöhle (Schweiz) ihre Entstehung dünnen Wasserfilmen auf Oberflächen, in denen feine "Staubpartikel" eingeweht werden, die bei der Austrocknung des Wasserfilms in kleinen "klumpenartigen Massen" ausflocken.

Bereits 1777 wird in dem deutschen Enzyklopädial-Lexikon "Reales Staats-, Zeitungs- und Conversations-Lexicon" ("Hübnersches Lexicon")3 in einer sonst sehr dürftigen Beschreibung Osnabrücks hervorgehoben, es verdiene die Höhle unter dem Berge des Klosters St. Gertrudenberg mit ihren Gängen gesehen zu werden.

Auf Anregung des Osnabrücker Ehrensenators und Tuchhändlers Gerhard Friedrich Wagner (1769 - 1846) wurde die Höhle um 1900 alljährlich am Neujahrstage mittags illuminiert und stand der Bevölkerung zur Besichtigung offen; der Ratsschulze hatte die Aufsicht.

Nach einer Besichtigung der Höhle wird in einem Zeitungsartikel vom 30. April 1891 darauf hingewiesen, dass ein Ausbau der Höhle erfreulich wäre. Und in einem Artikel vom 29. April 1901 über das Sommerfest des Bürger-Vereins vertritt der Verein die Meinung, dass die Höhle dem Publikum zugänglich gemacht werden solle. Auch in dem Artikel "Aus Osnabrücks Vergangenheit. Das Gertrudenberger Loch" (02.12.1905) wird der Wunsch nach einer Öffnung laut. Der Seminar-Oberlehrer a.D. am Evgl. Lehrerseminar und Osnabrücker Stadtchronist Dr. h.c. Ludwig Hoffmeyer (1845 - 1935) fordert in dem Artikel "Ein neuentdeckter unterirdischer Gang am Gertrudenberg" in der Osnabrücker Zeitung vom 18. Dezember 1924: "Die Untersuchung der Höhle ist unbedingt nötig!"

Rundhalle
Am Rand der "Rundhalle" 2

Gustav Friedrichs forderte in dem Zeitungsartikel "Das Gertrudenberger Loch" (Osnabrücker Zeitung, 21.01.1925): "Die Anlage muß als Sehenswürdigkeit wiederhergestellt werden!" Und in der Ausgabe 247 der Zeitung "Im Strome der Zeit" (01.04.1925) fordert er weiter: "Die Stadtverwaltung soll die Rätsel um die Höhle lösen!" Im Osnabrücker Tageblatt vom 24. April 1925 greift Friedrichs abermals die Stadt an, die Höhle endlich zu untersuchen. Friedrich Imeyer entgegnet in dem Zeitungsartikel "Die Höhlengänge des Gertrudenberges" (Osnabrücker Zeitung, 15.07.1925), dass ein neuer Gang kaum Neues brächte, das Geld besser zur Gangbarmachung und zur Besichtigungsfreigabe dieses historischen Denkmals von seltener Größe benutzt werden solle.

Auch in den Folgejahren fordert Friedrichs immer wieder, dass die Höhle erforscht und zugänglich gemacht werden müsse.

Auf Initiative des ehemaligen Osnabrücker Kreisleiters des Bereichs Osnabrück-Stadt der NSDAP, Wilhelm Karl Ernst Münzer (1895 - 1969), nahm man 1939 erstmalig von der Stadt Osnabrück finanzierte Arbeiten zur Erschließung der Höhle auf. Die Arbeiten wurden von dem Rutenmeister und Architekten Heinrich Margraf (1904 - 1972)4 geleitet – die Kriegswirren beendeten das Vorhaben.
Willy Münzer wurde am 12. September 1895 in Münster geboren und starb am 11. Juni 1969 in Bad Iburg.

In der Artikelfolge "Das Geheimnis der Gertrudenberger Höhlen" forderte der Redakteur Hellmut Thieves am 06. Juni 1953 in der "Neuen Tagespost": "Dieser prachtvolle Höhlenbezirk muß wieder geöffnet und erforscht werden". Und weiter: "... daß es an der Zeit sei, diesen Schatz zu heben, die Höhlen wieder zugänglich zu machen und zu erforschen und schließlich zu dem werden zu lassen, was ihnen ihrem Ausmaß und ihrer Natur nach zukommt: zu einer der erstrangigsten Sehenswürdigkeiten unserer Stadt."
Die "Neue Tagespost" berichtete dazu am 20.06.1953 weiter: "[der Leiter des Kultur- und Verkehrsamtes der Stadt Osnabrück] Dr. [Hermann] Poppe-Marquard erklärte uns, daß die Stadt, schon im Hinblick auf den wachsenden Fremdenverkehr, sehr daran interessiert ist, die Höhlen wieder zugänglich zu machen."

Kuppelhalle
Kuppelhalle 2

Am 31. Oktober 1983 besichtigen u.a. Baudirektor Erwin Uhrmacher, Leiter des Staatshochbauamtes Osnabrück, Oberbürgermeister Carl Möller, Oberstadtdirektor Dirk Meyer-Pries, Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Wolfgang Schlüter und Kaspar Müller, Vorsitzender des Heimatbundes Osnabrücker Land e.V., sowie zahlreiche weitere Personen die Gertrudenberger Höhle; die Führung übernahm Herr Uhrmacher. Im Beilagen- und Mitteilungsblatt "De Utroiper" des Heimatbundes Osnabrücker Land e.V., Ausgabe Nr. 1 vom März 1984, ist dazu zu lesen: "Sicherlich hinterließ dieser Aufenthalt unter Tage bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Als sagenumwobene Arbeitsstätte des Mittelalters handelt es sich hier schließlich um ein hochinteressantes Kulturdenkmal aus der Geschichte Osnabrücks, das in seiner Eigenart weit und breit einzigartig ist. Nach diesem Besuch drängt sich die Frage auf, ob die Höhle, oder doch zumindest ein Teil ihrer Gänge und Hallen, nicht endlich als eine Attraktion der Öffentlichkeit erschlossen und zugänglich gemacht werden könnte. Einer zusätzlichen Nutzung für die Belange des Bevölkerungsschutzes stände hierbei nichts im Wege. Mit einer tatkräftigen Hilfe des HBOL [Heimatbundes Osnabrücker Land e.V.] bei der Realisierung solcher Vorstellungen wäre sicherlich zu rechnen!"

Der Höhlenforscher Wolfgang Berk führte 1996 aus: "Nach einhelliger Meinung aller Höhlengänger ist die Höhle sicher."

Vielfältige Nutzungen fanden im "Gertrudenberger Loch" statt:

a) Bierkeller

Im nordnordwestlichen Bereich der Höhle befanden sich in mehreren Räumen die Bierkeller der Brauerei Berckemeyer & Schultze (1855 als Brauerei gegründet, später als Brauerei Gustav A. Schultze weitergeführt; Markt 26/27).

Im mittleren westlichen Teil der Höhle befanden sich die Bierkeller der Brauerei Johann Gerhard Heilmann (1837 - 1881; Herrenteichsstraße 18).

Im mittleren östlichen und südlichen Bereich der Höhle lagen die Bierkeller der 1866 gegründeten "Gertrudenberger Dampfbierbrauerei Martin Richter" (Kampstraße 6), die später als "Gertrudenberger Bierbrauerei" und "Bürgerliches Brauhaus GmbH"5 weitergeführt wurde.

Für die Lagerung des Bieres herrschten in der Höhle ideale Temperaturen von 5° bis 8° Grad.

b) Bunker

Während des 2. Weltkrieges dienten Teile der Gertrudenberger Höhle als Luftschutzraum für die umliegenden Einwohner des Gertrudenberges; die Bunkeranlage bot Platz für ca. 4.000 Schutzsuchende. Aus der Bunkerzeit stammen die in der Höhle noch vorhandenen weiß phosphoreszierenden Rechtecke und Pfeile.

Noch heute unterliegt die Höhle dem "Gesetz zur allgemeinen Regelung durch den Krieg und den Zusammenbruch des Deutschen Reiches entstandener Schäden (Allgemeines Kriegsfolgengesetz - AKG)", da es sich um eine ehemalige öffentliche Luftschutzanlage handelte, die auf Veranlassung und mit Mitteln des Reiches errichtet wurde. Damit obliegt dem Bund die Sicherung dieser Anlage.
Die Höhle steht zwar im Eigentum der verschiedenen Grundstückseigentümer (da sie nach §§
94, 946 BGB wesentlicher Bestandteil des Grundstücks geworden ist), doch gem. § 19 Abs. 2 Nr. 1 AKG muss der Bund Maßnahmen "zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leben oder Gesundheit" treffen. Unmittelbarkeit der Gefahr setzt dabei voraus, dass sie entweder gegenwärtig ist oder nicht vorhergesehen werden kann, zu welchem Zeitpunkt Leben oder Gesundheit von Menschen geschädigt werden könnten. Wirkt sich ein an sich ungefährlicher Zustand nur infolge des Zusammenwirkens mit Gefahrenquellen gefahrenerhöhend aus, für die der Bund nicht verantwortlich ist, so liegen die Voraussetzungen für einen gegen den Bund gerichteten Gefahrenbeseitigungsanspruch nicht vor.
Die Entscheidung, ob der Bund zur Beseitigung einer unmittelbaren Gefahr verpflichtet ist, obliegt der AKG-Leitstelle Erfurt in der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sparte Verwaltungsaufgaben.
Ziel der vom Bund veranlassten Maßnahme soll möglichst die endgültige Beseitigung der Gefahr sein (z.B. durch Verfüllen der unterirdischen Hohlräume, Verschließen der Eingänge, etc.), doch kann und soll eine Inanspruchnahme des Bundes für die Zukunft auch durch eine Übertragung der sicherungspflichtigen Einrichtung an einen interessierten Dritten ausgeschlossen werden. So ist die Übereignung anzustreben, wenn dieses Objekt keiner wirtschaftlichen Verwendung zugeführt werden kann und nicht mehr z.B. für Zivilschutzzwecke erforderlich ist. Dabei soll grundsätzlich die Übereignung nur an den jeweiligen Grundstückseigentümer erfolgen. Die Übereignung setzt dabei voraus, dass diese langfristige Gewähr für die Erfüllung der Verkehrssicherungspflichten bietet.
Auch die Belange des Umwelt-, Natur- und Denkmalschutzes sind zu berücksichtigen, soweit dies unter dem Gesichtspunkt der Gefahrenabwehr möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.
Nähere Informationen liefert die "
Sammlung von Verwaltungsvorschriften zur Durchführung des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes (AKG) in den Geschäftsbereichen des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (VV-AKG)" (Stand: Februar 2007) der zuvor genannten Bundesministerien. Dort enthalten ist auch die "Begehungs-Anweisung (BegA)" für das Begehen nicht mehr unterhaltener Stollenanlagen - so dürfen z.B.auch weitere Personen mit Zustimmung des verantwortlichen Leiters (in der Regel der zuständige Sachverständige gem. VV-AKG D Anlage 5, hier: Dipl.-Bergingenieur Wunderlich bei der Oberfinanzdirektion Münster oder Dipl.-Ing. Paul Schmitz beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung) teilnehmen.

c) Sonstiges

Im Jahre 1701 wurde in dem Höhlensystem eine Falschmünzerbande entdeckt. Während der napoleonischen Fremdherrschaft (1803 - 1813) war sie Schlupfwinkel einer Räuberbande. Der nördliche Bereich wurde während des 19. Jahrhunderts für eine Pilzzucht genutzt.

3) Die "Meesenburghöhlen"

Die "Meesenburghöhlen", genauer gesagt die "Große Meesenburghöhle" und die "Kleine Meesenburghöhle" (bisweilen auch als "Felsenkeller" bezeichnet), befinden sich am Nordwestrand des Gertrudenberges nördlich gegenüber dem Alten- und Pflegeheim "Haus am Bürgerpark".

Meesenburg
"Meesenburg" und die beiden südlich gelegenen "Schneckengänge" um 1870
(Staatsarchiv Osnabrück: Dep. 3b IV Nr. 6028,
aus: PIESCH, 1997)

Die Höhlen wurde nach der "Meesenburg", einer auf dem Gertrudenberg, oberhalb der heutigen Tennisplätze der Tennis-Akademie Osnabrück, befindlichen Ausflugsgaststätte6, benannt; die "Meesenburg" erhielt ihren Namen von dem Gastwirt Louis Emil Meese aus Ibbenbüren.

Die Anhöhe, auf der die Meesenburg stand, entstand wahrscheinlich als Aschenhügel eines Kalkbrennofens, der den in der Gertrudenberger Höhle gewonnenen Kalkstein verarbeitete. In älteren Karten wird dieser Hügel auch als "Kalckgaschenhügel" bezeichnet.
Evtl. könnte es sich aber auch um einen beim Gesteinsabbau stehengebliebenen Gesteinshorst handeln.

Das Alter der beiden Meesenburghöhlen ist noch unklar: vermutlich haben die Pächter der dortigen Ausflugsgaststätte die Höhlen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Bierlager geschaffen oder vorhandene Hohlräume ausgebaut und genutzt.

Die Richtung Südnordwest verlaufenden "Meesenburghöhlen" sind etwa dreißig Meter lang, fünf bis zehn Meter breit und zwei bis drei Meter hoch. Die "Große Meesenburghöhle" befand sich im Nordteil des Meesenburghügels, die "Kleine Meesenburghöhle" lag an der Südwestecke der Schankstube der "Meesenburg" unter dem Westteil der Hügelkuppe.

Die "Kleine Meesenburghöhle" diente den Pächtern der Gaststätte als Bierlager.
1858 wurde die "Große Meesenburghöhle" an den Bierbrauer Carl Kunsemüller (Große Hamkenstraße 6) und 1859 an den Bierbrauer Rudolf Hölscher (Neuer Graben 9) verpachtet. Ab 01. Oktober 1891 wurde die Höhle vom Kaufmann Hermann August Sundermann zur Lagerung von Kartoffeln genutzt. 1899 richtete der Schriftsetzer Friedrich Brinker in der Höhle eine Champignonzucht ein, die er hier bis zum 31. Dezember 1912 betrieb.

Am 17.08.1960 führte der Architekt und Bauingenieur Heinrich Margraf (1904 - 1972), in seiner Eigenschaft als Leiter des "Erdstrahlen-Forschungsrings", eine Exkursion über die Wünschelrutentechnik Mitglieder des Verkehrsvereins Stadt und Land Osnabrück und Pressevertreter u.a. in das Innere der Meesenburghöhle. Gleichzeitig regte er an, "im Interesse der Allgemeinheit und zur enormen Förderung des Fremdenverkehrs" die Höhlen auf dem Gertrudenberg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
1961/1962 richtete Margraf schließlich in der Meesenburghöhle ein "Höhlenmuseum" ein und veranstaltete durch diese Höhle Führungen, um sie und das benachbarte Gertrudenberger Loch dauernd der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1962 fanden diese Führungen jeden Samstag um 14.00 Uhr und jeden Sonntag von 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr und ab 14.00 Uhr statt.

Während des 2. Weltkrieges diente die Höhle als Bunker.
Auch diese Höhle unterliegt damit dem "Gesetz zur allgemeinen Regelung durch den Krieg und den Zusammenbruch des Deutschen Reiches entstandener Schäden (Allgemeines Kriegsfolgengesetz - AKG)", da es sich um eine ehemalige öffentliche Luftschutzanlage handelte, die auf Veranlassung und mit Mitteln des Reiches errichtet wurde; dem Bund obliegt die Sicherung dieser Anlage.

Und wie schrieb PIESCH 1997: "So wirft die Meesenburghöhle noch viele Rätsel auf, die zu erforschen unstreitig eine lohnende Aufgabe bildet."

4) Weitere Höhlen

1922 entdeckte man beim Gleisbau für eine Werksbahn auf dem Gelände des damaligen Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerkes (heute: KM Europa Metal AG) etwa 200 m südlich der Westseite der ehemaligen Hebammenlehranstalt (Knollstraße 16) eine Höhle, die zwölf Meter lang, fünf Meter breit und fünf Meter hoch war.

Der Osnabrücker Rektor Gustav Friedrichs erwähnte in dem Artikel "Das Geheimnis des Gertrudenberges" (Osnabrücker Tageblatt, 20.06.1926) eine weitere Höhle unter der Veilchenstraße. Der Zugang befand sich von einem Garten aus, der seinerzeit vom Osnabrücker Magistrat zugemauert wurde.

Zwei weitere Höhlen wurden 1968 bei Baggerarbeiten zum Bau des Alten- und Pflegeheims "Haus am Bürgerpark" gefunden – diese könnten mit den zwei sog. Schneckengängen im Zusammenhang gestanden haben, die beim Bau des Altersheims 1968 bis 1970 gleichfalls zerstört wurden. Bei den Schneckengängen handelte es sich um ca. zehn Meter tiefe trichterartige Vertiefungen mit einem Durchmesser von annähernd 18 Metern Durchmesser; in jeden Trichter führte spiralig ein schmaler Fußweg hinab. Die beiden Trichter waren durch einen Geländeeinschnitt verbunden, über dem sich in etwa sechs Meter Höhe ein Holzbrücke spannte. Nach Auffassung des Historikers Dr. Gerd-Ulrich Piesch könnten diese beiden Schneckengänge auf eingestürzte Höhlen zurückgehen.

Ein neuer, bisher unbekannter unterirdischer Höhlengang wurde im Juli 2000 südöstlich vom Altenheim beim Bau eines Heimes für Seniorengerechtes Wohnen (Veilchenstraße 24) am Ostrand der Baugrube angeschnitten. Auch weitere Hohlräume wurden bei den Ausschachtungsarbeiten freigelegt. Hierbei könnte es sich um einen mehrfach vermuteten Verbindungsgang zwischen der Gertrudenberger Höhle und den Meesenburghöhlen handeln.

Alle letztgenannten Höhlen könnten miteinander verbunden gewesen sein – sicher verbunden waren die beiden Höhlen unter dem Altersheim und das Gertrudenberger Loch: als 1968 zur Fundamentsicherung Sandzementschlämme in die Altersheimhöhlen eingspritzt wurde, sickerte dieser Baustoff bis in den nördlichen Teil der Gertrudenberger Höhle.

Klosterstollen
Stollengang vom Klosterhauptgebäude zum Gertrudenberger Loch
(untersucht von Wolfgang Berk, Edgar Bachmann u. Hubert Keitemeier (
Deutscher Alpenverein, Sektion Osnabrück)
bei Abbrucharbeiten eines alten Klosterflügels 1978, im Bild: Wolfgang Berk.
Foto: Edgar Bachmann, "
Osnabrücker Nachrichten" (ON), 13.09.2006)

Dr. Piesch schreibt in seiner Veröffentlichung "Eine neuentdeckte Höhle am Gertrudenberg" abschliessend: "Denn der Gertrudenberg und seine Höhlen enthalten zweifellos noch vielerlei Geheimnisse, die darauf warten, enträtselt zu werden."

 

5) Auszüge aus dem Findbuch des Staatsarchivs Osnabrück

Lagerungsbestand /
Signatur:
Laufzeit: Titel:
Dep 3 b IV Nr. 6025 1832 - 1912 Die Verhandlungen wegen Verpachtung eines Teiles der Gertrudenberghöhle
an den Bierbrauer Heilmann und den Fabrikanten Justus Eggemann
zur Einrichtung eines Bierkellers
Dep 3 b IV Nr. 6028 1852 - 1878 Verpachtung des in den Vergnügungsanlagen am Gertrudenberge angelegten Wirtschaftslokals an den Bierbrauer M. Richter zur Einrichtung eines Bierkellers in einem Teile der Gertrudenberghöhle
Dep 3 b IV Nr. 6032 1924 - 1932 Das Gertrudenbergerloch mit Zeitungsartikeln (Handakten)
Dep 3 b V Nr. 1163 1844 - 1852 Fahrweg nach Heilmanns Felsenkeller
am Gertrudenberge
Dep 6 b Nr. 1100 B XII e   Stadt Osnabrück
Gertrudenberg; Gertrudenberger Loch
Erw A 26 Nr. 24 1931 - 1953 Gertrudenberger Höhlen zu Osnabrück.
Untersuchungen, Aufsätze, Korrespondenz, Bilder
Erw A 100 Nr. 201 1903 - 1965 Ansichtskartensammlung (1903 - ca. 1965)
Enthält u.a.:
Gertrudenberger Höhlen
Rep 556 Nr. 95 1853 - 1854 Erlaubnis zum Brechen von Steinen in der Steingrube am Gänsebrink beim Kloster Gertrudenberg
für den Gastwirt Humann und den Bierbrauer Richter

 

6) Auszüge aus dem Online-Katalog der Bibliothek / des Archivs des Geozentrums Hannover

Signatur: Erscheinungsdatum: Titel:
0069464 1975 Ingenieurgeologisches Gutachten zur Erweiterung des Niedersächsischen Landeskrankenhauses Osnabrück,
1975, Dr. Eberhard Dahms (Nieders. Landesamt f. Bodenforschung)
Auftraggeber: Staatshochbauamt Osnabrück
0107357 1990 Standsicherheit der Gertrudenberghöhlen in Osnabrück,
20.07.1990, Dr. Karl-Heinz Büchner (Nieders. Landesamt f. Bodenforschung),
Auftraggeber: Staatshochbauamt Osnabrück
0116191 1994 Stellungnahme zur Standsicherheit der untertägigen Hohlräume der Gertrudenbergerhöhle in Osnabrück,
28.11.1994, Baugrundinstitut Essen der DMT GmbH & Co. KG,
Auftraggeber: Landschaftsverband Osnabrück

 

7) Weiteres Interessantes auf dem Gertrudenberg

a) Bürgerpark

Der Bürgerpark ist der älteste Osnabrücker Park mit einer Fläche von 9,3 ha. Er vereint alten Baumbestand, große Rasenflächen und vielfältige Landschaftspark-Elemente.

Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Osnabrücker Tuchhändler und Vorsteher der Herrenteichslaischaft Gerhard Friedrich Wagner (1769 - 1846) eine Vision: er wollte auf dem Gertrudenberg eine öffentliche Parkanlage schaffen. Mit finanziellen Eigenmitteln kaufte er ein Streifen Land und legte hier den ersten Lustgarten an.

1835 gründete Wagner den "Verein zur Erhaltung und Förderung der Schönheiten der vaterländischen Fluren" – Der Verein erweiterte, finanzierte und pflegte die Gartenanlage. Unter anderem ließ der Verein auch das "Gertrudenberger Loch" öffnen, um mit den Eintrittsgeldern die Gartenpflege zu ermöglichen.
Aus dem "Verein zur Erhaltung und Förderung der Schönheiten der vaterländischen Fluren" ging später der heute noch existierende "Verschönerungs- und Wanderverein von 1835 e.V., Osnabrück" hervor.

Nach Wagners Tod kamen die Vereinstätigkeiten zum Erliegen und der Verein wurde praktisch aufgelöst; der Garten verwilderte.

1875 schließlich verwirklicht die Stadt Osnabrück die Visionen Wagners und eröffnet zu Ostern 1876 den "neuen" Bürgerpark. Kurze Zeit später findet sich auch der Verschönerungsverein als "Verschönerungs- und Wanderverein e.V." wieder zusammen.

Auf den Wiesen fand nun auch jahrzehntelang am 02. September der Sedantag zur Erinnerung an die Schlacht von Sedan am 01. September 1870 im Deutsch-Französischen Krieg statt.

Bürgerpark
Partie im Bürgerpark (Postkarte, ca. 1913)

Am westlichen Rand des Parks befindet sich ein ehemaliger Eiskeller: in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde hier der Felsen abgegraben und ein Kellerbau errichtet. In ihn brachte am im Winter Eis, das sich hier bis in den folgenden Sommer hielt. Somit konnte man in der dort ansässigen Brauerei das Bier auch im Sommer kühl servieren. Heute ist der Eiskeller Rückzugsraum für Fledermäuse.

Das benachbarte klassizistische Gartenhaus aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts, welches zeitweilig von dem in der Nachbarschaft betriebenen Kaffeehaus "Friedenshöhe" mitgenutzt wurde, wird heute als Studentenwohnung genutzt.

b) Ehemaliges Kloster

Bereits der Osnabrücker Bischof Benno II. (1068 - 1088), der das Benediktinerkloster in Iburg gegründet hatte, wollte "... damit sie [die Stiftsdamen] enthaltsamer leben und um ihnen weniger Gelegenheiten zu Fehltritten zu geben ...", wie der Iburger Abt Norbert (1085 - 1117) in der "Vita Bennonis II. Episcopi Osnabrugensis" berichtete, auf dem Gertrudenberg ein Benediktinerinnenkloster errichten – doch die angesprochenen Stiftsdamen aus Herzebrock weigerten sich, nach Osnabrück umzuziehen und es blieb bei einer der Hl. Gertrud geweihten Kirche. Das Kloster wurde schließlich um 1140 unter dem Osnabrücker Bischof Udo von Steinfurt (1137 - 1141) gegründet. Erst sein Nachfolger Bischof Philipp von Katzenelnbogen (1141 - 1173) konnte 1142 den Klosterbetrieb endgültig aufnehmen. Eingeführt wurden die Regeln des Hl. Benedikts von Nursia (480 - 547), dem Begründer des christlichen Mönchtums im Westen.
Einige der vermauerten Quader der Gebäude sind aus Iburger Sandstein gefertigt.

Zahlreiche Schenkungen und wirtschaftliche Unternehmungen der Ordensfrauen machten das Kloster wohlhabend.

Aber es kam auch immer wieder zu Streitigkeiten: 1281 plünderten Osnabrücker Bürger das Kloster und steckten dieses in Brand – sie befürchteten bei Belagerungen um ihre Sicherheit. Der Papst belegte die Osnabrücker mit Strafgeldern, die schließlich zum Wiederaufbau des Klosters verwendet wurden. Um 1300 war der Klosterbetrieb wieder in vollem Gange, aber dennoch kamen Brandschatzungen und Plünderungen immer wieder vor.

1634, während des Dreißigjährigen Krieges, flüchteten die Nonnen in die von den Schweden besetzte Stadt, wo ihnen vom Kapitel die Pauluskapelle neben dem Dom mit dem danebenliegenden Pfarrhaus als Aufenthaltsort zugewiesen wurde.
1636 brannte das Kloster ab; erst 1645, während der Verhandlungen zum westfälischen Frieden, bekam die Äbtissin Barbara von Hövel (1584 - 1677) auf Betreiben der französischen Gesandten vom schwedischen Landesherrn Gustav Gustavson Graf von Wasaburg (1634 - 1648) die Erlaubnis, das Kloster wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau wurde 1658 abgeschlossen.

Plan der Stadt Osnabrück
Kloster Gertrudenberg (Auszug aus dem "Plan der Stadt Osnabrück" von Magister Christian Ludolph Reinhold, 1767)

1803 wurde das Kloster aufgehoben, nachdem die hiesigen Klöster entsprechend dem Gesetz "Der Reichsdeputations-Hauptschluß", verabschiedet am 25. Februar 1803 auf der letzten Sitzung des Immerwährenden Reichstags in Regensburg, säkularisiert wurden:
"§ 36. Die namentlich und förmlich zur Entschädigung angewiesenen (...) Klöster, so wie die der Disposition der Landesherren überlassenen, gehen überhaupt an ihre neuen Besitzer mit allen Gütern, Rechten, Kapitalien und Einkünften, wo sie auch immer gelegen sind, über, ...".

Aus der Klosterzeit sind das 1767 erbaute Äbtissinnenhaus und der 1765 umgebaute Westflügel erhalten. Ältestes Klosterbauwerk ist der Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert; aus dem Jahr 1709 stammt das Pforthaus. Die aus unverputztem Bruchstein erhaltene Klosterkirche mit dem barockem Hochaltar wurde zwischen 1230 und 1235 fertiggestellt. Die Klosterkirche wird als Simultankirche genutzt.

Nach der Aufhebung des Klosters wurden die Gebäude bis 1849 als Zeughaus und anschließend als Militärkrankenhaus genutzt.

c) "Irrenanstalt"

Am 01. April 1868 nahm auf dem Gertrudenberg die "Hannoversche Provinzialständige Irrenanstalt" ihren Betrieb auf. Erbaut wurde diese in den Jahren 1862 bis 1868 an der Stelle des früheren Klosters. Die Einrichtung wurde 1900 in "Provinzial Heil- und Pflegeanstalt zu Osnabrück" umbenannt; Träger war die preußische Provinz Hannover.

Irrenanstalt
"Irrenanstalt" (Auszug aus dem "Plan der Stadt Osnabrück" von H. Merkel, 1868)

1952 wurde die Einrichtung in "Niedersächsisches Landeskrankenhaus Osnabrück" umbenannt; Träger war das Land Niedersachsen.

Seit dem 28. November 2007 ist dieses regionale Zentrum für psychische Gesundheit in Trägerschaft des AMEOS Klinikums Osnabrück. Das Klinikum steht Menschen mit seelischen Krankheiten, Störungen und Behinderungen offen.

 

1 Bei HAACK 1930 ist zum Oberen Muschelkalk zu lesen:
"Der Obere Muschelkalk zeigt bei Osnabrück verschiedene Besonderheiten. Zwar kann man auch hier deutlich den tieferen 'Trochitenkalk' von den hangenden 'Ceratitenschichten' unterscheiden, doch schalten sich in letztere in einem Teil des Blattes dem Trochitenkalk sehr ähnliche Bänke ein, die leicht zu Verwechslungen Anlaß geben.
Der Trochitenkalk (mo
1) beginnt mit dickbankigen festen ebenschichtigen gelben und grauen, dichten, wohl etwas dolomitischen Kalken, die den Übergang zum Mittleren Muschelkalk vermitteln. Ganz vereinzelt enthalten sie jedoch schon die 'Trochiten' genannten Stielglieder von Encrinus liliiformis LAM. Ihre Mächtigkeit beträgt bis 5 m.
Darüber folgt der eigentliche Trochitenkalk, frisch blaugrauer körniger oder oolithischer dickbankiger Kalk von etwa 7 - 9,5 m Mächtigkeit, der in gewissen Lagen massenhafte Anhäufungen jener Trochiten erkennen läßt, die in anderen fehlen. Wulstig-flasrige Mergel und Mergelkalke trennen oft die Bänke, die selten auf mehr als 2 m frei von ihnen sind.
Ebenfalls lagenweise sowohl im Kalk wie im Mergel und oft Breccien bildend, tritt Terebratula vulgaris SCHLOTH. auf, und zwar ohne sich an ein bestimmtes Niveau zu halten. (...)
Die Ceratitenschichten (mo
2), das Hauptgestein der Hochstufe des Oberen Muschelkalkes bestehen wie sonst in Mittel- und Norddeutschland aus den 'Tonplatten', einer Wechsellagerung dünner Kalkplatten mit grauem bis gelblichem Schieferton oder Mergel. (...) Die tieferen Schichten sind gewöhnlich in größeren Trochitenkalk-Steinbrüchen mit aufgeschlossen, wo sie als 'Kummer' abgeräumt werden."
Und weiter bei den Lehrausflügen: "... zum Gertrudenberg. Im Bürgerpark Trochitenkalk kantenbildend, Höhle des Gertrudenberger Loches (mittelalterlicher unterirdischer Kalksteinbruch)."

2 Bildausschnitte von Postkarten über die Gertrudenberg-Höhlen von Heinrich Margraf, ca. 1960
(Bezeichnungen nach MARGRAF aus SCHREIBER, 1972)

3 Das allgemeine Nachschlagewerk "Reales Staats- und Zeitungs-Lexikon" erschien seit 1704 bei dem Verleger Johann Friedrich Gleditsch in Leipzig. Das Werk erhielt ab 1708 mit der dritten Auflage den Titel "Reales Staats-, Zeitungs- und Conversations-Lexicon". Das Werk wird des öfteren irrtümlich dem Autor der Vorreden, Johann Hübner (1668 - 1731), zugeschrieben. Ursprünglicher Bearbeiter war jedoch Philipp Balthasar Sinold genannt von Schütz (1657 - 1742) seine Urheberschaft wurde jedoch erst mit der Auflage von 1777 bekannt.
1777 erschien die 23. Auflage ("Neue verbesserte und vermehrte Auflage").

4 Der Architekt und Rutenmeister Heinrich Margraf (geb.: 09.10.1904, gest. 25.12.1972) hatte seit 1928 in Osnabrück an der Schillerstraße 24a ein Bau- und Siedlungsbüro in Verbindung mit einem "Erdstrahlen-Forschungsring Schule der Radiästhesie" betrieben. Bereits 1938/1939 zählte er zu den führenden Erforschern der Gertrudenberger Höhle. Nach dem 2. Weltkrieg siedelte er nach Berlin über; im Juli 1960 eröffnete Margraf an der Voxtruper Straße 78 wieder ein Architekturbüro, welches er Ende der sechziger Jahre an der Belmer Straße 9 weiterführte. Zahlreiche Forschungen in den Meesenburghöhlen erfolgten in den Jahren 1961/62. In einer ersten Zusammenkunft am 02. Februar 1969 wurde Margraf Leiter der Bezirksgruppe Osnabrück (für Osnabrück Stadt und Land mit Umgebung) des "Verbandes für Ruten- und Pendelkunde (Radiästhesie) e.V.".
Als begeisteter Anhänger der Wünschelruten-Theorie war er des öfteren heftigen Angriffen ausgesetzt. Margraf wurde 1918 als besonders veranlagter Strahlenfühler entdeckt. Bereits mit 14 Jahren wurde er Mitglied des "Verbandes deutscher Rutengänger" und 1928 wurde er Mitglied der Fachschaft im damaligen "Reichsverband für das Wünschelrutenwesen".
Heinrich Margrafs Verdienst war es, die Höhlen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht zu haben.

5 August Schneider kaufte am 10. März 1899 für 35.000 Mark den an der späteren Anschrift "Am Gertrudenberg 1" befindlichen Gewerbebetrieb mit Grundstück, Maschinen und Gebäuden. Im Keller des Hauptgebäudes befand sich der alte Tiefbrunnen des Gertrudenberger Klosters. Zum Betrieb gehörte auch ein in der Gertrudenberger Höhle hineingebauter Eiskeller. Dort wurden im Winter Eisblöcke eingelagert, die per Eisenbahn aus Norwegen kamen. Die Eisblöcke und Bierfässer wurden anfangs mit Pferdefuhrwerken über die Wittkopstraße transportiert. Weil aber die Anfahrt über die Wittkopstraße zu steil war, ließ der Brauereibesitzer Schneider 1903 für rd. 2.000 Mark die Straße "Am Gertrudenberg" bauen. 1927 übernahm sein gleichnamiger Sohn den Betrieb; am 31. Dezember 1928 wurde der Brauereibetrieb eingestellt.
Nach dem Tod von August Schneider sen. 1932 wurde das Anwesen an den Ingenieur Willy-Ernst Mues verkauft, der das Hauptgebäude zum Wohnhaus umbaute. Im Rahmen des Umbaus wurde auch der 32 Meter hohe Kesselschornstein der Brauerei gesprengt.
Wegen Baufälligkeit wurde das alte Brauereigebäude 2001 abgerissen, inzwischen im Eigentum des Niedersächsischen Landeskrankenhauses und von diesem vor allem an Mitarbeiter des Landeskrankenhauses vermietet.

6 Die Ausflugsgaststätte (Veilchenstraße 22a) wurde 1849 von der Stadt Osnabrück errichtet und an Louis Meese verpachtet, der die Gaststätte bis 1859 betrieb. Es folgten zahlreiche weitere Pächter. Als sich die Osnabrücker Polizeidirektion am 11. Juni 1920 beim Magistrat der Stadt Osnabrück über das anzügliche Verhalten der Liebespaare auf der Meesenburg beschwerte und vorschlug, den Pachtvertrag (mit dem Pächter Friedrich Vennemann) aufzuheben und das Gaststättengebäude als Wohnung für zwei Polizeibeamte zu nutzen, die während ihrer Dienststunden Streifengänge im Bürgerpark durchführen und auch in ihrer Freizeit diese Grünanlage überwachen, wurde der Pachtvertrag zum 01. Oktober 1920 gekündigt. Die Polizeibeamten und später ihre Angehörigen nutzten das Gebäude bis es im März/April 1972 abgerissen wurde.

Links:
- Gertrudenberger Höhlen (Bunkergeschichten)
- Gertrudenberger Höhlen (Wikipedia)
- Regionalnachrichten des Regionalstudios Osnabrück von Radio ffn vom 14.07.2009, 16.30 Uhr und 17.30 Uhr
[MP3, 1,55 MB: Bitte Start drücken!]
- OS1.TV: Sendung "Osnabrücker Land und Leute" vom 02.07.2013 mit dem Titel "Kulturerbe oder Todesfalle? - Die Gertrudenberger Höhlen" [350 MB]

Besucher-Kalkbergwerke:
- Altes Kalkbergwerk Miltitz, Triebischtal (Bundesrepublik Deutschland, Sachsen)
- Kalkbergwerk am Königsberg, Wolfstein (Bundesrepublik Deutschland, Rheinland-Pfalz)
- Monsted Kalkbergwerk, Stoholm (Königreich Dänemark, Mitteljütland)

Literatur:
BECKER, Arnfried: Untersuchungen an Vermikulationen aus der Schrattenhöhle, Melchsee-Frutt – AGS-Info, 2/06.
BERK, Wolfgang: Die Höhle im Gertrudenberg. In: Heimat-Jahrbuch für das Osnabrücker Land 1996.
Bundesministerium der Finanzen, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.): Sammlung von Verwaltungsvorschriften zur Durchführung des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes (AKG) in den Geschäftsbereichen des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung – VV-AKG-.
FLAKE, Axel: OB Carl Möller im Gertrudenberger Loch. In: Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (Hrsg.): De Utroiper, Nr. 1, März 1984.
FLAKE, Günter: Das Gertrudenberger Loch. Eine Chronik der Gertrudenberger Höhle. In: Heimat-Jahrbuch 1974 für Osnabrück - Stadt und -Land, Osnabrück 1974.
HAACK, Wilhelm: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Lieferung 286, Blatt Osnabrück Nr. 2011, Berlin 1930.
LAHMANN-LAMMERT, Rainer: Hat die Konkurrenz das Bier vom Gertrudenberg mit Seife verdorben? Neue Osnabrücker Zeitung, 10.02.2001.
MORLO, Hans: Das Gertrudenberger Loch, München 1992.
Neue Osnabrücker Zeitung: Gelingt es jetzt, die Geheimnisse der "Osnabrücker Unterwelt" zu erforschen?, 21.03.1975.
PIESCH, Gerd-Ulrich: Die Meesenburghöhle – eine vergessene Sehenswürdigkeit am Nordrand des Gertrudenberges. In: Heimat-Jahrbuch für das Osnabrücker Land 1997.
PIESCH, Gerd-Ulrich: Die öffentlichen Führungen in der Meesenburghöhle am Gertrudenberg in den Jahren 1961 und 1962. In: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land 1998, Ankum 1997.
PIESCH, Gerd-Ulrich: Eine neuentdeckte Höhle am Gertrudenberg. In: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land 2006, Osnabrück 2005.
POPPE-MARQUARD, Hermann: Klosterkirche auf dem Gertrudenberg. In: Heimat-Jahrbuch 1990 für Osnabrück - Stadt und -Land, Osnabrück 1990.
SCHREIBER, Peter: Das unterirdische Osnabrück. Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück e.V., Heft 18, Juli 1972.
Privatarchive: Daniela Althaus, Hans Morlo, Horst Grebing
Internet: http://www.osnabrueck-stadtfuehrungen.de (Führung des Monats Mai – Der Gertrudenberg)

Für zahlreiche Informationen und Hinweise danke ich Herrn Hans Morlo, Münster, recht herzlich!

 

Ein umfassendes, informatives und interessantes Buch zur Höhle:
MORLO, Hans: Das Gertrudenberger Loch. Eine künstliche Höhle in Osnabrück.
Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde, Heft 26, 138 S., 71 Abb., München 1992.
Hrsg.: Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V., München
ISBN: 3-927441-08-2
Buch von Hans Morlo
Nachweisinformation und mögliche Leihbestellung im Gemeinsamen Verbundkatalog (GVK):
Eingabe "Morlo Gertrudenberger Loch"

Frau Althaus u. Herr Morlo
Daniela Althaus u. Hans Morlo, Oktober 2006
(Foto: Hermann Pentermann, "Osnabrücker Nachrichten" (ON), 01.11.2006)

 

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