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Hakentempel

Seit ca. 1905 werden im Hakentempel Sande abgebaut. Die Sande wurden - je nach Qualität - für den Haus-, Mauer- und Straßenbau verwendet.

Im westlichen Hakentempel verlief von Südost nach Nordwest ein kieseliges Schotterbett.

Im August 1944 begann man mit dem Bau eines Luftschutzstollens durch den Hakentempel. Der erste Versuch von Vornholt's Sandgrube aus scheiterte, weil sich der lockere Sand und Kies nicht genügend abstützen ließ. Nach Beratung und unter Leitung des hier in Ruhe lebenden Steigers Heinrich Schulz führte der zweite Versuch von Niekerken's Sandgrube zum Erfolg. Ende Februar 1945 hatte man den Ausgang in Vornholt's Sandgrube erreicht. Ein Stollen von ca. 150 m Länge war durch den Hakentempel getrieben.

Lufbildaufnahme vom Hakentempel (rechts im Bild) der Osnabrücker Firma Fotoflug-GmbH,
erschienen in der "Neuen Tagespost" (N.T.) am 11.08.1960

Links unten im obigen Bild befand sich das Wohn- und Gasthaus Ludwig Niekerke - er stellte das Grundstück für den Bau der Ostenfelder Schule (Übergabe: 13.06.1957) und des Lehrerhauses (erbaut 1959/1960) im Austausch mit anderen Grundstücken zur Verfügung.
Der Waldstreifen um die Sandgruben war bzw. ist in Teilen noch als forstwirtschaftliche Fläche ausgewiesen.

Seinerzeitige Grundbesitzer der Sandgruben kurz vor Bebauung 1980:
Wilhelm Hölscher, August Mindrup, Gastwirt Ludwig ("Lui") Niekerke, Ludwig Vornholt
(fett umrandet: Bereich der ehem. Sandgrube)

Der Fabrikant Johann F. Hölscher verlegte in den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts seinen Betrieb von der Straße "Auf der Reckte" an die Lienener Straße 3. Das seinerzeit zu bebauende Gelände lag ca. 2 m tiefer als die Lienener Straße und musste daher aufgefüllt werden. Von der ca. 500 m entfernten Sandgrube im Hakentempel legte man ein Gleis für Kipploren bis an das neu zu erschließende Gelände und füllte dieses mit dem Sand auf. Die Arbeiten sollen sich, da diese von den Arbeitern nach Feierabend ausgeführt wurden, über mehrere Jahre hingezogen haben.

In den Jahren 1939 und 1943 waren die Sandgruben für die Erstellung der "Karteiblätter für die Aufnahme der Lagerstättenkarte von Niedersachsen" Ziel von Geologen.

Im September 1943 schrieb der Bielefelder Geologe Wilhelm Althoff zu den Sanden in der Sandgrube Mindrup (damalige Eigentümerin: Witwe Catharina Mindrup): "gelblichgrauer u. grauweißer fein- bis grobkörniger Sand mit linsenförmigen Kiessandeinlagerungen; z. T. schwach lehmig." Die Grube war nur bedarfsmäßig in Betrieb und wurde für Mörtelsand und in geringerem Umfange für Beton für den örtlichen Bedarf verwand; der Sand wurde mit Pferd und Wagen transportiert.

Bereits im August 1939 beschrieb ein Geologe nach einem Besuch am 10. Juli 1939 ein Vorkommen "auf dem Hakentempel" des Eigentümers Waltermann aus Ostenfelde: "graugelber lehmiger Sand". Die Grube schien aber nur sehr wenig betrieben worden zu sein, und der Geologe führte weiter aus: "Die Grube ist ziemlich vernachlässigt. Vielleicht ist der Sand wegen seiner schlechten Beschaffenheit nicht abbauwürdig." Der Hauptabbau erfolgte um 1900.

Vom nordwestlichen Hakentempel beschrieb vorgenannter Geologe eine Sandgrube des Ostenfelder Landwirtes Vogelsang, die im August 1939 zeitweilig in Betrieb war: "Wechsellagerung von feinem lehmigen Sand und groben Schotter; liegt ziemlich wirr durcheinander." Und er fügte unter Bemerkungen an: "Es ist schon sehr viel abgetragen. Das gesamte Material muß durchgesiebt werden."

Und vom südwestlichen Hakentempel wurde vom Geologen ebenfalls 1939 die "doch sehr häufig" in Betrieb befindliche Sandgrube des Landwirtes Vornholt erwähnt. Die Grube wurde folgendermaßen beschrieben: "a) geschichteter (horizontal) lehmiger Sand (graugelb), = 8 m, b) darunter: magerer Sand, =2 - 3 m." Der Sand soll für Mauerzwecke verwand worden sein und seinen Absatz in die nächste Umgebung gefunden haben. Und in den Bemerkungen wurde eingetragen: "Die Sandgrube birgt von allen umherliegenden Aufschlüssen reinsten Sand, der nicht gesiebt zu werden braucht. Die Abbauwand ist etwa 20 m lang."

Dieselbe Sandgrube des Landwirtes Franz Vornholt aus Ostenfelde wurde nochmals im September 1943 von dem Geologen W. Althoff aufgesucht. Im Abbau befand sich ein grauweißer Sand, Kiessand und Kies in zum Teil lehmiger Ausbildung, ein lehmiger Feinsand sowie ein grauweißer, in den oberen Partien feinkörniger Sand.

Von 1974 bis zum 30.04.1977 baute die Fa. Waldemar Pokörn im Hakentempel Sande ab; vor Ort befanden sich stationäre Siebanlagen.

Auf einer Fläche von ca. 2.000m2 wurden etwa 20.000 m3 Sand abgebaut.

Ab 1980 wurde das Gebiet der ehemaligen Sandgrube bebaut (Bebauungsplan 13) - heute befinden sich dort die Häuser entlang der "Professor-Brinkmann-Straße" und der "Professor-Pohlmann-Straße".

Aus dem Hakentempel soll auch ein von Bernd Pokörn als kleiner Junge gefundenes "Mammut-Fragment" stammen, welches sich in Hannover befinden soll (in der Veröffentlichung von SCHÖNING 2011 ist ein derartiger Fund nicht aufgeführt).


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