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Kurz-Vortrag am 19.10.2002 anl. einer Exkursion auf den Dörenberg

Geologie des Dörenbergs
Von Horst Grebing

Die Geschichte über den Dörenberg und seine Geologie beginnt mit Bischof Benno II. (geb. 1021/22, gest. 27.07.1088): er selber soll am Dörenberg nach einem geeigneten Steinbruch für den Klosterbau im Jahre 1080 gesucht haben. Damit begann der Abbau von Sandsteinen - auch für zahlreiche weitere Bauten der Umgebung - im Dörenberg. So ließ z.B. auch Fürstbischof Philipp-Sigismund 1595 die Schloßmühle aus Sandsteinen des Dörenbergs erbauen. Abt Adolph Hane berichtet über den Klosterbau der Jahre 1750 - 1755: "Die hohen Berge daselbst gewähren uns reiche Steinbrüche, ..."

1865 schrieb der Iburger Arzt Dr. Alfred Lamby: "In den bedeutendsten der hiesigen Sandsteinbrüche (...) sind die Verhältnisse zur Gewinnung der Steine und namentlich großer Blöcke so ausgezeichnet günstig, wie man sie selten findet."

Die geschaffenen riesigen Aufschlüsse bildeten die Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung. Einer der ersten wissenschaftlichen Bearbeiter war Prof. Dr. Otto Weerth (geb. 21.06.1849, gest. 30.04.1930), Gymnasialprofessor in Detmold und lippischer Heimatforscher. 1880 erscheint sein Aufsatz "Der Hilssandstein des Teutoburger Waldes", dort schreibt er über die Fundmöglichkeiten: " Die (...) mehr oder weniger häufig vorkommenden Petrefacten sind fast sämtlich schlecht erhalten." Seine rege Sammeltätigkeit führt 1884 zum 78seitigen Aufsatz "Die Fauna des Neocomsandsteins im Teutoburger Walde". Dort wird der Dörenberg als besonders ausgezeichnete Fundstelle bezeichnet. Im Buch abgebildet auch ein Ammonit, der - im Dörenberg gefunden - erstmals von Weerth beschrieben und nach Iburg benannt wurde: Simbirskites (Craspedodiscus) iburgensis. Weerth benannte den Ammoniten ursprünglich als Ammonites (Perisphinctes) Iburgensis. In nachfolgenden Veröffentlichungen als Olcostephanus Iburgensis erwähnt, fand erst 1995 die korrekte Benennung durch Prof. Dr. Mutterlose aus Bochum unter Mithilfe von Dr. Peter F. Rawson aus London statt. Noch heute befindet sich das Original - und weitere in Iburg gefundene Fossilien - im Lippischen Landesmuseum Detmold. Vom Dörenberg beschreibt Weerth in seinem Aufsatz vier weitere Fossilien und noch heute gilt seine Arbeit als " ... die wertvollste und umfassendste paläontologische Studie über das Fossilinventar des Sandsteins ...".

Anfang 1904 bereitet Karl Andrée (geb. 10.03.1880, gest. 18.08.1959) seine Dissertation "Der Teutoburger Wald bei Iburg" vor. Der Iburger Apotheker Julius Schlotheuber schrieb ihm: "Die Steinbruchsarbeiter [im Dörenberg] halte ich kräftig zum Sammeln an." Andrée beschrieb in der Dissertation die Gesteine und nimmt erstmalig eine zeitliche Einordnung vor: die Gesteine entstanden im Oberen Hauterivien der Unter-Kreide, das entspricht einem Alter von ca. 125 Millionen Jahren. Andrée listet 61 verschiedene Fossilarten auf, darunter alleine 38 Muscheln (u.a. Pinna iburgensis WEERTH 1884), sieben Meeresschnecken und sieben Ammoniten.

Nachfolgende Geologen, unter ihnen Prof. Dr. Wilhelm Haack (geb. 08.07.1882, gest. 20.05.1947), unterstützten bzw. untermauerten die Ergebnisse.
Prof. Dr. Keller (geb. 22.06.1903, gest. 27.01.1981) wies nach, daß die Gesteine des Dörenberges ursprünglich als mächtige, marine Füllungen der weiter im Nordosten gelegenen Verlängerung der Hohnsberg-Rinne abgelagert wurden. Im Zuge der Osning-Auffaltung vor 66 Millionen Jahren wurde diese Füllung ("Dörenberg-Scholle") im Nordosten auf die Osning-Überschiebung nach Südwesten überschoben. Entlang dieser Osning-Überschiebung ist durch die starke tektonische Beanspruchung der Nordrand des Münsterländer Kreidebeckens aufgerichtet und überkippt worden. Die Mächtigkeit des Dörenberg-Sandsteins beträgt ca. 280 m.

Der sog. "Benno-Steinbruch", wo eine Hinweistafel nähere Auskünfte erteilt, ist völlig zugewachsen. Sichtbare Aufschlüsse befinden sich - vom "Benno-Steinbruch" ausgehend - Richtung Zick-Zack-Weg auf der rechten Seite und folgt man den Waldweg in südlicher Richtung nach Iburg, so befindet sich ein Steinbruch auf der linken Seite nahe der Kolbach-Quelle.


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