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Wilhelm Haack

Wilhelm Haack
(1882 - 1947)

Am 08.07.1882 wurde in Lügumkloster (Nordschleswig, Dänemark) Wilhelm HAACK geboren.
Unter seinem Lehrer Prof. Dr. Adolf von Koenen promovierte er am 17. Juli 1907 vor der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen auf Grund seiner Arbeit "Der Teutoburger Wald südlich von Osnabrück" zum Doktor. Der erste Kontakt zum Osnabrücker Land, und damit auch zu Iburg, war hergestellt.
Als Geologe der Preußischen Geologischen Landesanstalt begann er 1919 mit der geologischen Spezialkartierung der Osnabrücker Gegend (Osnabrück, Hasbergen, Lengerich, Schledehausen und Iburg).
Bei der Kartierung im Gebiet des Dörenberges und Freedens nahm HAACK auch die natürliche Vegetation zu Hilfe. Aber hier nicht nur die übliche Unterscheidung von Laub- und Nadelwald, auch bestimmte Grasarten wurden als Leitpflanzen für die Feststellung bestimmter Gesteinsschichten benutzt. So konnte er auch in ungünstig aufgeschlossenen Gebieten den Verlauf von Verwerfungen im Gelände erkennen. Doch berichtete HAACK erst über ein Problem, wenn er es nach allen Seiten hin mit peinlichster Gründlichkeit durchgearbeitet hatte. Die Wintermonate dienten der Vervollständigung seiner Ausarbeitungen. Im Jahre 1921 war die Aufnahme für Blatt Iburg abgeschlossen.
Blatt Iburg der geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern wurde 1930 veröffentlicht, nachdem HAACK auch die Erläuterung für diese Lieferung geschrieben hatte. Viele Erstfunde, Neuentdeckungen und Beobachtungen stratigraphischer, paläontologischer und tektonischer Natur finden sich in dieser Erläuterung.
Während seiner hiesigen Kartierungszeit wohnte HAACK mit seiner Frau Alwine, seinem Sohn und seiner Tochter im Elternhaus des Ziegeleibesitzers Fritz Blanke in Sentrup zur Miete. HAACK sagte einmal, im Osnabrücker Bergland hätte er mit seiner Familie die schönste Zeit seines Lebens verbracht.
Über die wissenschaftlich- und praktisch-geologische Tätigkeit hinaus sah HAACK eine seiner Aufgaben darin, die Kenntnis des geologischen Baus des Osnabrücker Landes weiten Kreisen der Bevölkerung näher zu bringen. So war er eifriges Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück, dessen Mitglieder er auf vielen Exkursionen führte.
Seine 1925 erschienene Schrift "Erläuterungen zu einer Strukturkarte des Osnabrücker Landes" diente als Führer für die Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Münster, auf der HAACK seine neuen stratigraphischen und tektonischen Erkenntnisse auf unserem Gebiet zuerst einem größeren Kollegenkreis vorführen konnte. Auch auf der Herbsttagung des Naturhistorischen Vereins der Preußischen Rheinlande und Westfalens in Osnabrück 1927 berichtete er in einem Vortrag über seine Aufnahmen.
1927 wurde HAACK Bezirksgeologe und Professor, 1935 wurde er zum Landesgeologen (spätere Bezeichnung: Regierungsgeologe) ernannt. Ab dieser Zeit war er ausschließlich mit wissenschaftlichen und verwaltungsmäßigen Aufgaben auf dem Gebiet der Erdölgeologie tätig. Doch HAACK war ein geborener Feldgeologe, so daß er sich nach der Kartierarbeit in seine geliebte Osnabrücker Gegend sehnte, denn die Aufnahme im Gelände blieb für ihn das Schönste. Deshalb wünschte er sich auch, die Zeit nach seiner Pensionierung im Osnabrücker Bergland zu verleben. Doch es kam nicht soweit: kurz nach seiner Pensionierung wurde er in den Ostberliner Sektor gerufen, wo er ohne Grund verhaftet wurde. Am 20. Mai 1947 starb HAACK im Gefängnis Prenzlauer Berg in Ostberlin, seine Angehörigen und Kollegen erfuhren von seinem Tod erst 1951.
Prof. Dr. Heinrich HILTERMANN schrieb über ihn: "Von allen Untergebenen, Mitarbeitern und Kollegen wurde er als ein besonders edler Mensch mit den besten Charakterzügen und einer unermüdlichen Hilfsbereitschaft verehrt."
Die Hälfte seiner Publikationen, 28 Arbeiten mit über 700 Seiten, acht geologische Karten, ungezählte Bohrprofile, Schichtenverzeichnisse und amtliche Gutachten behandeln den Osnabrücker Raum.
Der Rat der Stadt Osnabrück hat im August 1952 einstimmig beschlossen, eine Straße am Westerberg den Namen "Wilhelm-Haack-Straße" zu geben.

Quellennachweis:
GREBING, Horst: Stein(e)zeit in Bad Iburg. Bad Iburg 1987.
HILTERMANN, Heinrich: Wilhelm Haack, Pionier der Osnabrücker Geologie. In: Osnabrücker naturwissenschaftliche Mitteilungen 9, Osnabrück 1982.


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