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Otto Weerth

Otto Weerth
(1849 - 1930)

Otto WEERTH wurde am 21.06.1849 in Blomberg (Lippe) als Sohn des evangelischen Pastors Wilhelm Weerth geboren. Nach Bestehen der Reifeprüfung in Detmold 1868 studierte WEERTH Mathematik und Naturwissenschaften in Göttingen und Tübingen, unterbrochen durch seine Teilnahme am Frankreich-Feldzug 1870/71. Er promovierte auf Grund einer mathematischen Dissertation und legte im März 1873 seine Staatsprüfung für das höhere Lehramt in Göttingen ab. Erst ab Dezember 1874 als Gymnasiallehrer in Celle, versah er seinen Schuldienst ab 1876 am Detmolder Gymnasium Leopoldinum und unterrichtete die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften. Aus diesem Interesse heraus übernahm WEERTH ab 1880 die Leitung des "Naturwissenschaftlichen Vereins für das Fürstentum Lippe". Es folgten vielfältige heimatkundliche und geologische Veröffentlichungen, wobei einige der geologischen Themen sich auch mit dem Teutoburger Wald beschäftigten. 1880 wurde "'Der Hilssandstein des Teutoburger Waldes" veröffentlicht.
Besondere Bedeutung erlangten Sammlung und Bearbeitung der Fossilien des Neokomsandsteins des Teutoburger Waldes. So erschien 1884 das Werk "Die Fauna des Neocomsandsteins im Teutoburger Walde". WEERTH beschrieb hier die Unterkreideschichten des Osnings und der vorkommenden Fauna mit bemerkenswert langen Artenlisten. Auf 78 Seiten und 11 Tafeln zeigte WEERTH von ihm fast ausschließlich selbst gesammelte Fossilien auf. Zahlreiche Erstbeschreibungen von Fossilien kennzeichneten seine rege Sammeltätigkeit: so z.B. der Ammonit Simbirskites (Craspedodiscus) iburgensis (WEERTH 1884)[Erstbeschreibung als Ammonites (Perisphinctes) Iburgensis WEERTH 1884, später von Karl Andrée als Olcostephanus iburgensis WEERTH 1884 bezeichnet], die Muschel Pinna iburgensis WEERTH 1884 und der Nacktsamer Zamites iburgensis HOSIUS & V.D. MARCK 1880.
1885 begann ein neuer Abschnitt in Otto WEERTH's Leben: er übernahm - neben seiner Lehrtätigkeit - auch die Leitung der 1835 gegründeten "Naturhistorischen Sammlung für das Fürstentum Lippe" von seinem Onkel Prof. Dr. Carl Weerth. Während dieser Zeit erfuhr die geologisch-paläontologische Sammlung wertvolle Ergänzungen durch die Sammeltätigkeit von Otto WEERTH.
Am 16.01.1896 wurde WEERTH der Professorentitel für seine verdienstvollen Leistungen verliehen.
Am 30.04.1930 starb Otto WEERTH im Alter von 81 Jahren in Detmold; ausgezeichnet mit dem Fürstlich Lippischen Ehrenkreuz und der Lippischen Rose am Ringe, zudem Ehrenvorsitzender des "Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe" und seit 1929 Ehrenbürger der Stadt Detmold. Sein geistiger Nachlass wird im Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Detmold aufbewahrt.

Quellennachweis:
BOSECKER, Kai, JANSSEN, Jan-Ole, SCHNEIDER, Thilo: Otto Weerth. In: Lipp. Mitteilungen aus Geschichte u. Landeskunde, 71. Band, Detmold 2002.
s.a.: Otto Weerth - Ein Lippischer Gelehrter (Jan-Ole Janssen)
GREBING, Horst: Prof. Dr. Otto Weerth - Geologe aus Leidenschaft (unveröffentl.).


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