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Otto Weerth

Otto Weerth
(1849 - 1930)

Karl Otto Weerth wurde als erstes Kind des evangelischen Pastors Gottfried Wilhelm Weerth (1815 - 1884) und dessen Ehefrau Charlotte Helene Augusta, geb. Reinold (1828 - 1903), am 21.06.1849 in Blomberg (Lippe) geboren. Später folgten seine Geschwister Maria Wilhelmina Karolina (Marie, 1851 - 1925), Julia Antonia (Julie, 1855 - 1935) und Georg Ferdinand Friedrich (1858 - 1925).
Der Vater Wilhelm war seit 1845 Pfarrgehilfe und später Pastor in Blomberg - am 19. Januar 1852 wurde er nach Oerlinghausen zur Übernahme der dortigen Pfarrstelle berufen. 1876 wählte ihn die Klassenversammlung Detmold zum Superintendenten und am 15. Juli 1878 die erste Landessynode zum Vizepräsidenten.

Otto Weerth wurde am 29. September 1863 in die Tertia des "Gymnasiums Leopoldinum" (Leopoldstraße 5) eingeschult.
Dieses Gebäude beherbergte bis 1907 das Gymnasium - seit 1983 befindet sich dort die Stadtbücherei der Stadt Detmold.
Nach Bestehen des Abiturs Ende März 1868 studierte Otto im Sommersemester 1868 Naturwissenschaften an der Königlich Württembergischen Eberhard-Karls-Universität Tübingen; er besuchte dort Vorlesungen in den Fächern Botanik, Logik, Physik, Zoologie und philosophische Propädeutik (Einführung in philosophisches Denken). In Tübingen bewohnte Otto ein möbliertes Zimmer bei Schneider Meyer.
Zum Wintersemester 1868/69 wechselte er an die Königlich Preußische Georg-August-Universität in Göttingen und setzte dort sein naturwissenschaftliches Studium fort.

Weerth unterbrach sein Studium und trat am 25. Juli 1870 als Einjährig-Freiwilliger in die "3. Kompanie des Ersatz-Bataillons des 6. Westfälischen Infanterie-Regiments Graf Bülow von Dennewitz Nr. 55" ein.
"Zu den Privilegien der Einjährig-Freiwilligen zählte es, neben der freien Wahl des Truppenteiles und des Standortes, außerhalb der Kaserne zu wohnen und - sofern der militärische Dienst es den Soldaten erlaubte (die Einjährig-Freiwilligen waren von vornherein von der Ausübung des sogenannten "inneren Dienstes" wie dem Geschirr reinigen, der Stuben- und Revierreinigung befreit) - ihren Studien nachzugehen." (aus MERTENS, Lothar: Das Privileg des Einjährig-Freiwilligen Militärdienstes im Kaiserreich und seine gesellschaftliche Bedeutung, 1986)
Otto nahm in dieser Zeit, auch nach Versetzung zur 11. Kompanie am 19. August 1870, am Frankreich-Feldzug teil. Bei der Schlacht um das kleine französische Dorf Peltre (Region Lothringen) nahe der Festung Metz wurde er am 27. September in französische Gefangenschaft genommen, wenige Tage später am 6. Oktober wieder ausgelöst.
Am 22. Oktober desselben Jahres wurde Otto Weerth zum Gefreiten und wenige Tage später - am 28.10.1870, einen Tag nach der Kapitulation der französischen Armee - zum Unteroffizier befördert. Am 5. März 1871 erfolgte seine Beförderung zum Vize-Feldwebel.
Am 6. Juni 1871 kehrte Weerth mit seiner Einheit in die Detmolder Garnison zurück - ihm wurde das "Silberne Verdienstkreuz" verliehen. "In Folge erfüllter Dienstpflicht" wurde er am 25. Juli 1871 aus der Reserve entlassen.

Während des Frankreich-Feldzuges zählte Otto Weerth auch ein Geologenhammer zur Ausrüstung: "So ist bekannt, dass er bei seiner Rückkehr aus dem Krieg von französischen Zöllnern angehalten und nach dem Inhalt seines auffällig schweren Tornisters gefragt wurde. Lakonisch, wie es seine Art gewesen sein soll, antwortete Otto Weerth präzise und knapp: "Des pierres" [Steine]. Zweifelnd konfiszierten die französischen Zöllner den Tornister, leerten ihn und wunderten sich über den Inhalt. Daraufhin befahl Weerth den Zöllnern, sich schmunzelnd auf eine Bank setzend: "Ramassez" [Einsammeln]! Er wartete solange, bis die verärgerten Franzosen auch das letzte Steinchen wieder im Tornister verstaut hatten und er den Rückmarsch fortsetzen konnte."

Otto Weerth, 1871

Ende Oktober 1871 nahm Otto Weerth sein Studium in Göttingen wieder auf.

Er promovierte in Abwesenheit an der Philosophischen Fakultät der Universität Jena auf Grund seiner mathematischen Dissertation "Ueber eine Classe von Curven, welche die Eigenschaft haben, dass ein Vielfaches der Bogenlänge gleich ist der Differenz der Tangenten" - seine Promotionsurkunde ist auf den 10.03.1874 datiert. Im März 1873 legte er seine Staatsprüfung für das höhere Lehramt in Göttingen ab.

Noch während seines Studiums in Göttingen erhielt Otto Weerth die Möglichkeit eine Anstellung am "Gymnasium und die Höhere Bürgerschule zu Celle" anzutreten. Dort übernahm er ab Neujahr 1873 bis Ostern 1873 die Vertretung des Hilfslehrers Abraham Ehrlenholtz, der als Lehrer der Mathematik, Naturwissenschaften und Geographie an das Lyceum II. nach Hannover wechselte. Anschließend leistete Weerth in Celle sein schulisches Probejahr ab: er unterrichtete 24 Stunden wöchentlich sowohl Klassen des Gymnasiums als auch der Höheren Bürgerschule in Mathematik und Rechnen, Physik, Chemie und Naturgeschichte.

Durch die Leistung des Amtseides "auf den König von Preussen" wurde Otto Weerth am 14. Juli 1874 ordentlicher Lehrer an der von der Höheren Bürgerschule erweiterten Realschule 1. Ordnung in Celle.

Ostern 1876 verließ Weerth die Realschule in Celle und wurde ab 01. April 1876 Lehrer am Gymnasium Leopoldinum in Detmold: hier unterrichtete er ebenfalls 24 Stunden wöchentlich die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Naturkunde.

Im gleichen Jahr - am 26. Mai 1876 - trat Otto Weerth dem "Naturwissenschaftlichen Verein für das Fürstenthum Lippe" bei. Bereits im ersten Jahr wurde er Assistent seines Onkels Carl Weerth (1812 - 1889), der am 17. Juni 1835 zu den Gründungsmitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins gehörte und deren Vorstandsmitglied, Vorsitzender und Leiter der ebenfalls 1835 gegründeten "Naturhistorischen Sammlung für das Fürstentum Lippe" war.
Carl Weerth arbeitete ab 1837 zunächst als Hilfslehrer, später als Gymnasiallehrer für Mathematik und Naturwissenschaften am Gymnasium Leopoldinum, an dem bereits sein Vater, Generalsuperintendent Ferdinand Weerth, gelehrt hatte.
Während dieser Zeit erfuhr die geologisch-paläontologische Sammlung, die im Gymnasium untergebracht war, wertvolle Ergänzungen durch die Sammeltätigkeit von Otto Weerth.
Es folgten vielfältige heimatkundliche und geologische Veröffentlichungen, wobei einige der geologischen Themen sich auch mit dem Teutoburger Wald beschäftigten. 1880 wurde "'Der Hilssandstein des Teutoburger Waldes" veröffentlicht.
Besondere Bedeutung erlangten Sammlung und Bearbeitung der Fossilien des Neokomsandsteins des Teutoburger Waldes. So erschien 1884 das Werk "Die Fauna des Neocomsandsteins im Teutoburger Walde". Weerth beschrieb hier die Unterkreideschichten des Osnings und der vorkommenden Fauna mit bemerkenswert langen Artenlisten. Auf 78 Seiten und 11 Tafeln zeigte Weerth von ihm fast ausschließlich selbst gesammelte Fossilien auf. Zahlreiche Erstbeschreibungen von Fossilien kennzeichneten seine rege Sammeltätigkeit: so z.B. der Ammonit Simbirskites (Craspedodiscus) iburgensis (WEERTH 1884) [Erstbeschreibung als Ammonites (Perisphinctes) Iburgensis WEERTH 1884, später von Karl Andrée als Olcostephanus iburgensis WEERTH 1884 bezeichnet], die Muschel Pinna iburgensis WEERTH 1884 und der Nacktsamer Zamites iburgensis HOSIUS & V.D. MARCK 1880.

Originaletikett von Zamites iburgensis HOSIUS & V.D. MARCK 1880
mit der Handschrift Otto Weerths

Dieses Buch wurde anlässlich des Symposiums Deutsche Kreide in Münster im Jahr 1978, also fast 100 Jahre nach der Veröffentlichung, als die wertvollste und umfassendste paläontologische Studie über das Fossilinventar des Osning-Sandsteins bezeichnet. Der ehemalige Direktor des Lippischen Landesmuseums, Karl-Alexander Hellfaier, formulierte über Otto Weerth: "Aus ihnen [einer Vielzahl seiner Beiträge] ragt als Ergebnis seiner musealen Sammelarbeit das geologische Tafelwerk über die Fauna des Neocomsandsteins heraus, ein noch heute maßgeblicher Beitrag zur international verbindlichen Klassifikation der kreidezeitlichen Fossilien." Auch der Paläontologe Prof. Dr. Jörg Mutterlose bestätigte: "Die Arbeit stellt auch heute noch das Standardwerk für die Fauna des Osning-Sandsteins dar."
Die paläontologische Sammlung wurde nach zweijähriger Umbauphase seit dem 29. März 2009 in der heutigen Form gezeigt.

"Sammlung Weerth" im Archiv des Lippischen Landesmuseums Detmold

Bei seinen wissenschaftlichen Untersuchungen stand er mit zahlreichen namhaften Wissenschaftlern seiner Zeit in einem regen Gedankenaustausch.

Am 24. April 1878 heiratete Otto Weerth die fast zwei Jahre jüngere Hedwig Dorothea Adolphina Lampson (geb.: 20.05.1851), einziges Kind des wohlhabenden Berliner Wollgroßhändlers Heinrich Emil Lampson (Tuch- und Manufakturwaaren Lampson & Opdenhoff, Kommandantenstraße 83) und dessen Ehefrau Maria Dorothea Adelaide, geb. Westphal.
Nach der Heirat wohnte das Paar im Hause seines Onkels Carl Weerth (1812 - 1889) in der Hornschen Straße 42.
Das Haus wurde 1898 abgerissen.
Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Tochter Margarete Maria (geb.: 30. Juni 1879 in Detmold, gest.: 1952) und Sohn Karl Emil Ferdinand (1881 - 1960).

Im Juni 1881 hielt Otto Weerth auf der Generalversammlung des "Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westphalens" den Vortrag "Über Gletscherspuren im Teutoburger Walde".

1885 erfolgte unter der Leitung von Otto Weerth der Umzug des Museums vom Gymnasium Leopoldinum in das "Prinzenpalais" (Hornsche Straße 41), der heutigen Lippischen Landesbibliothek. Bereits 1861 war das Museum in neue Räume auf dem "Kuhkamp" neben dem Gymnasium umgezogen - die benötigten Mittel wurden von Fürst Leopold III. zur Verfügung gestellt.
Die "Sammlung vaterländischer Altertümer" zog 1893 in den zum Prinzenpalais gehörenden "Marstall" um.

Otto Weerth war von 1882 bis 1885 Sekretär des Vereins, drei Jahre später ist Weerth Kassenwart.

Detmold 1885

Nach dem Tod seines Onkels Carl Weerth am 23. November 1889 übernahm Otto Weerth den Vereinsvorsitz und zugleich die Aufgaben des Konservators.

Neben seinem Beruf als Lehrer und Vereinsvorsitzender eines naturwissenschaftlichen Vereins kandidierte Otto Weerth 1890 - erfolglos - für die Nationalliberale Partei (NLP) im Reichstag.

Auf der Generalversammlung des Vereins am 18. Mai 1892 wurde vom Verein eine Unterabteilung für Altertumskunde, Kunst und Gewerbe gegründet - damit war der Grundstock für das heutige Lippische Landesmuseum geschaffen, deren Verwaltung der Verein im November 1919 dem Freistaat Lippe übertrug.
Im Februar 1921 zog das Landesmuseum nach einigen Umbauten in das "Neue Palais" (heute: Hochschule für Musik Detmold) ein. Noch bevor das Museum vollständig ausgezogen war, brach im "Prinzenpalais" ein Schornsteinbrand aus, der Teile der Vereinsakten sowie einen kleineren Teil der Museumsbestände (Kunstgewerbe und Altertumskunde) vernichtete.
1953 zog das Landesmuseum in das Gesellschaftshaus Ameide am Detmolder Schloss um. Im Laufe der Zeit entstanden hier weitere Gebäude: das Kornhaus wurde von der Domäne Schieder transloziert und ab 1958 genutzt, die Zehntscheune des Klosters Falkenhagen wurde 1962 bezogen und die Detmolder Mittelmühle Anfang der 1970er Jahre restauriert und 1974 dem Ensemble als "Naturkundehaus" mit den Dauerausstellungen zur Geologie, Mineralogie und Paläontologie hinzugefügt. Ein Backhaus aus Bexten stellt seit 1982 den Verbindungsbau zwischen Kornhaus und Zehntscheune dar. Dazu kommt der Neubau im sogenannten Museumsgraben aus dem Jahr 1997.

Zahlreiche archäologische Grabungen im Land Lippe wurden von Otto Weerth und führenden Archäologen Deutschlands, wie z.B. Carl Schuchhardt (1859 - 1943), durchgeführt.
Carl Schuchhardt war seit 1888 Direktor des [August-]Kestner-Museums (Museum für Kulturgeschichte) in Hannover - 1901 war er Mitbegründer der Römisch-Germanischen Kommission. Von 1908 bis 1925 war Schuchhardt Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung des Völkerkunde-Museums in Berlin.

Am 01. April 1892 wurde Otto Weerth zum Gymnasialdirektor, am 16. Januar 1896 zum Gymnasialprofessor ernannt; als Gymnasialprofessor musste er dann nur noch 21Stunden wöchentlich unterrichten - seit dem Schuljahr 1891/92 war er zudem Klassenlehrer.

Am 16.01.1896 wurde Otto Weerth der Professorentitel für seine verdienstvollen Leistungen verliehen.

In den Jahren 1901 - 1904 war Otto Weerth aufgrund des Dreiklassenwahlrechtes im Land Lippe Vertreter der Klasse 1b (Staatsangehörige über 25 Jahre mit einer jährlichen Einkommenssteuer von mindestens 180 Mark) im lippischen Landtag.

Nachdem Otto Weerth die lippische Regierung bat die Herausgabe einer Vereinszeitschrift mit jährlich 1.000 Mark zu unterstützen, da der Verein nicht über die finanziellen Mittel einer solchen Publikation verfüge, erhielt Weerth im Januar 1901 die Zustimmung zur Unterstützung von der Regierung; 1903 erschien der erste Band der "Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde" (ab 1957: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde).

Weerth war Mitglied in der Altertumskommisson für Westfalen (gegr. 30.12.1897) sowie Gründungsmitglied des 1904 gegründeten "Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung" als Interessenvertretung der archäologischen Forschung.

Blick zur Hornschen Straße: in der Mitte mit Glockenturm das Gymnasium "Leopoldinum",
Leopoldstraße 5, 1900
(Quelle: Stadtarchiv Detmold, Bildarchiv Nr. 2587)

Im Sommer 1906 erkrankte Otto Weerth - im Anschluss trat er eine Erholungsreise in den Harz an; 1916 erkrankte Weerth an einer bakteriellen Entzündung eines Haarfollikels in der Nase.

Im Oktober 1907 zog das Gymnasium "Leopoldinum" in die Hornsche Straße 48 um.

Am 30. Mai 1913 wurde Otto Weerth das "Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft, die Lippische Rose mit Eichenlaub" von Fürst Leopold IV. verliehen, da er "(...) für [die] lippische Geschichte uneigennützig seit langen Jahren tätig (...)" gewesen.

Am 26. Mai 1914 wurde Otto Weerth zu einer achtwöchigen "militärischen Dienstleistung" bis unmittelbar vor Ausbruch des 1. Weltkrieges am 28. Juli 1914 verpflichtet. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges erhielt Weerth zunächst keinen Stellungsbefehl und konnte seinen Schuldienst weiter fortsetzen. Erst am 01. März 1918 wurde Weerth einberufen.
Der 1. Weltkrieg endete am 11. November 1918.

Gedanktafel von M. Lohmeyer

Ende des Schuljahres 1920/21 beendete Otto Weerth seine Lehrtätigkeit.

1927 trat Otto Weerth vom Vereinsvorsitz des Vereins zurück - er wurde vom Vorstand zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Nachfolger als Vereinsvorsitzender wurde der Geh. Regierungsrat Theodor Heldman (1860 - 1933). 1946 wurde der "Naturwissenschaftliche Verein für das Fürstenthum Lippe" in "Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V." umbenannt.

Am 12. Januar 1928 starb seine Ehefrau Hedwig.

Im Jahr 1929 erschien seine "Geologie des Landes Lippe" - diese Veröffentlichung stellte den Abschluss seiner geologischen Arbeiten dar.

In den Telefonbüchern der Stadt Detmold aus den Jahren 1926 und 1930 ist Otto Weerth unter der Anschrift Hornsche Straße 46 (bei seinem Sohn Karl) aufgeführt.
Seine Schwestern wohnten in der Leopoldstraße 28.

Am 30.04.1930 starb Otto WEERTH im Alter von 81 Jahren in Detmold - seit 1929 für "die grundlegende wertvolle Arbeit für die Stadtchronik" erster und derzeit einziger Ehrenbürger der Stadt Oerlinghausen.
Er starb nach langer Krankheit, wohl auch aufgrund der Nachwirkungen eines Verkehrsunfalls Ende der 20iger Jahre auf der Hornschen Straße in Detmold.
In den "Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde", Band 14, aus dem Jahre 1933 ist nachzulesen: "Was der Verstorbene dem Verein in den Jahrzehnten seines Wirkens bedeutet hatte, wird unvergeßlich bleiben. Sein in vielen Richtungen inhaltsreiches Leben, sein Wirken und seine volkstümliche Persönlichkeit machten ihn zu einem der verdienstvollsten Männer, die das Land Lippe je gehabt hatte."

Erstmals im Jahre 2000 wurde "zum Gedenken an seinen langjährigen Vorsitzenden" der zum 1. April 1999 vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe e.V. gestiftete "Otto-Weerth-Preis" verliehen.
Durch die Auszeichnung sollen der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert, die naturwissenschaftliche Forschung sowie die Forschung zur Ur- und Frühgeschichte, Geschichte, Landeskunde, Volkskunde und Kunstgeschichte des ehemaligen Landes Lippe angeregt wie auch die Beziehungen zwischen der Region und den Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe verstärkt werden. Der im etwa zweijährigen Rhythmus ausgelobte Preis in Höhe von mindestens 2.000 Euro für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten zu den genannten Bereichen wird an Nachwuchswissenschaftlerinnen oder –wissenschaftler verliehen, deren Arbeiten noch nicht an anderer Stelle veröffentlicht oder mit Preisen ausgezeichnet worden sind.
Sein geistiger Nachlass (21 Archivbände) wird im Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Detmold aufbewahrt (Signatur: D 72 Weerth, Otto).

Quellennachweis:
BOSECKER, Kai, JANSSEN, Jan-Ole, SCHNEIDER, Thilo: Otto Weerth. In: Lipp. Mitteilungen aus Geschichte u. Landeskunde, 71. Band, Detmold 2002. (Sehr umfangreiche Biographie mit vollständigem Schriftenverzeichnis)
JANSSEN, Jan-Ole.: Otto Weerth - Ein Lippischer Gelehrter (Online-Darstellung der Biographie)


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