Geowissenschaftler Karl Andrée Christian Dütting Wilhelm Haack Heinrich Hiltermann
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Karl Andrée

Karl Andrée
(1880 - 1959)

Karl Erich ANDRÉE wurde am 10.03.1880 als jüngster Sohn der Apothekerfamilie Adolf Andrée und seiner Ehefrau Anna Henriette in Münder am Deister geboren. Nach Besuch des 1. Schuljahres siedelte die Familie 1887 nach Hannover über. Von 1887 bis Ostern 1898 besuchte ANDRÉE das dortige humanistische Gymnasium Lyceum I und schloß mit dem Abitur ab. Nach dem Abitur belegte er zwei Semester Chemie an der Technischen Hochschule Hannover.
Am 27.04.1899 wechselte ANDRÉE an die Philosophische Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Dort widmete er sich dem Studium vorwiegend der Mineralogie, später mehr der Geologie, Paläontologie und Zoologie.
Der ordentliche Professor der Geologie, Geheimer Bergrat Dr. phil. Dr.-Ing. Adolf von Koenen (geb. 21.03.1837, gest. 03.05.1915), war es dann, der ANDRÉE anregte, seine Dissertation über die Geologie Iburgs zu schreiben. Für seine geologischen Studien in Iburg durchstreifte ANDRÉE die Umgebung nach Aufschlüssen. In diesen sammelte er selber, ließ sammeln oder bediente sich vorhandener Sammlungen. So sammelte ANDRÉE aus den Steinbrüchen Dörenberg, Hohnsberg, Hochholz und Musenberg 118 verschiedene Arten. In der Sammlung des Geologisch-Paläontologischen Instituts der Georg-August-Universität Göttingen befinden sich heute noch ca. drei Schubläden mit Material vom Steinbruch Dörenberg, das er für seine Dissertation bearbeitet hatte. Während seiner Iburger Zeit wohnte ANDRÉE im Haus Schnüpke an der heutigen Osnabrücker Straße 8.
Am 27. Juli 1904 fand in der Aula der Universität Göttingen die mündliche Doktorprüfung statt - die Promotionsurkunde ist datiert auf den 22.09.1904.
Die Doktorarbeit "Der Teutoburger Wald bei Iburg" findet bei Wissenschaftlern höchste Anerkennung (hier: Buchbesprechung 1904)!
1905 folgte ein freiwilliges Jahr bei der 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 82 in Göttingen. Vom 01.01.1906 bis zum 30.09.1908 war ANDRÉE Assistent am Geologischen Institut der Bergakademie Clausthal. Am 26.05.1906 heiratete er Helene Rathkamp, die ihm in den folgenden Jahren zwei Söhne und zwei Töchter schenkte. Es folgten Assistentenjahre an der Technischen Hochschule Karlsruhe (01.10.1908 - 31.03.1910), vom 01.04.1910 - 31.03.1915 war er Privatdozent an der Universität Marburg bei Prof. Emanuel Kayser.
Am 25.04.1910 folgte seine Habilitation für Geologie und Paläontologie mit einer paläontologischen Arbeit.
Im April 1915 wurde ANDRÉE als Professor für Geologie und Paläontologie an die Albertus-Universität in Königsberg Pr. (heute: Kaliningrad, Rußland) berufen. Dort war er Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts und der Bernsteinsammlung der Albertina. 1930 wurde er Rektor der Universität.
Nachdem am 02.07.1929 seine Frau starb, heiratete ANDRÉE am 04.03.1931 Käthe Sobolewski, die ihm eine Tochter schenkte.
Von Königsberg aus führten seine wissenschaftlichen Exkursionen in seine geologische Heimat, dem Teutoburger Wald und dem Münsterschen Becken.
Im Januar 1945 floh ANDRÉE mit seiner Familie aus Ostpreußen. 1946 wurde er als Hochschullehrer von der Georg-August-Universität Göttingen, der Paten-Universität für die Königsberger Albertus-Universität, übernommen und hielt bis 1951 Vorlesungen.
Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb Prof. Dr. Karl ANDRÉE am 18. August 1959 im Alter von 79 Jahren; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Göttinger Stadtfriedhof. Er hinterließ über 125 wissenschaftliche Arbeiten, darunter 12 Bücher.

Grabstein Andrée
Grabstein auf dem Göttinger Stadtfriedhof, 25.02.2006
(Fotograf: Longbow4u, Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Quellennachweis:
Grebing, Horst: Karl Andrée - Wegbereiter der Iburger Geologie. In: Haimat-Jahrbuch "Osnabrücker land 1995". Osnabrück 1994.
Grebing, Horst: Karl Andrée - ein Münderaner Sohn. In: Der Söltjer. Bad Münder 1996.


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