Geowissenschaftler Karl Andrée Christian Dütting Wilhelm Haack Heinrich Hiltermann
  Friedrich Hoffmann Gerhard Keller Wilhelm Trenkner Otto Weerth

 

Gerhard Keller

Gerhard Keller
(1903 - 1981)

Gerhard KELLER wurde am 22. Juni 1903 in Langensalza (Thüringen) geboren. Schon in früher Jugend erweckte sein Interesse für Geologie und so schrieb er als Gymnasiast seine erste geologische Arbeit. Nach dem Abitur 1923 praktizierte er ein Jahr lang im westdeutschen Steinkohlen- sowie im Erz- und Kalibergbau. 1924 begann er mit dem Studium der Geologie an der Georg-August-Universität Göttingen und 1928 promovierte er bei Prof. Dr. Stille mit einer tektonischen Arbeit aus dem Oberkarbon in der Gegend von Essen und Witten. Es folgten Tätigkeiten am Ruhrland-Museum der Stadt Essen und am Geologischen Institut der Universität Köln, wo KELLER 1940 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. In den ersten Kriegsjahren war er als Wehrgeologe mit wehrgeologischen Aufgaben in Westfalen und im Emsland betraut. 1946 - 1948 fanden seine geologischen Aufnahmen der Blätter Tecklenburg und Bevergern statt, die dann 1949 erschienen. 1950 folgte KELLER einem Ruf an die Technische Hochschule Hannover, wo er 1955 zum außerordentlichen Professor und Direktor des Geologischen Instituts berufen wurde. 1961 bis zu seiner Emeritierung 1969 war er Ordinarius und Direktor des Institutes für Geologie und Paläontologie an der Technischen Hochschule Braunschweig.
Nach seiner Emeritierung wandte er sich verstärkt dem Osnabrücker Raum, hier besonders der Unterkreide im westlichen Teutoburger Wald und dem Pleistozän zu. Alleine 49 Veröffentlichungen befassen sich mit der Geologie des ehemaligen Regierungsbezirks Osnabrück und angrenzender westfälischer Gebiete.
KELLER erkannte als erster Geologe, daß die Gesteine des Dörenberges ursprünglich als mächtige, marine Füllungen der weiter im Nordosten gelegenen Verlängerung der Hohnsberg-Rinne abgelagert wurden. Im Zuge der Bewegung während der Osningfaltung wurden die Gesteine in die heutige Lage transportiert. KELLER's Beobachtungen über die Osningfaltung begannen 1974 am Dörenberg bei Bad Iburg.
Auch war es KELLER, der 1951 erkannte, daß die bislang als Osning-Endmoräne gedeuteten Hügel vor der Iburger Pforte fluvioglazialer Entstehung sind. 1952 - 1954 folgten weitere Veröffentlichungen über die hiesige Quartätgeologie; KELLER's Erkenntnisse wurden in späteren Untersuchungen von weiteren Geologen bestätigt.
Am 27. Januar 1981 starb Gerhard KELLER an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls. KELLER war Ehrenmitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück.

Quellennachweis:
BETTENSTAEDT, Franz & WACHENDORF, Horst: [Ohne Titel: Lebenslauf von Gerhard KELLER]. In: Beih. Ber. Naturh. Ges., 5, Hannover 1968.
BÄßLER, Rolf: Prof. Dr. Gerhard Keller 22.6.1903-27.1.1981. In: Osnabrücker naturwiss. Mitt., 9, Osnabrück 1982.


Impressum / Kontakt --- Inhaltsverzeichnis --- Hauptseite ... Geowissenschaftler --- Gerhard Keller